Approval-Drainer-Angriffe im Hyperliquid-Umfeld
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Unter den vielen Methoden, mit denen Krypto-Assets gestohlen werden, gehören Approval Drainer aktuell zu den Angriffen mit der niedrigsten technischen Einstiegshürde und dem schnellsten Wachstum. Sie müssen weder deinen Private Key knacken noch einen komplexen On-Chain-Exploit ausführen. Es reicht, wenn du „freiwillig“ eine Transaktion oder Signatur bestätigst, deren Bedeutung du nicht vollständig verstanden hast.
Mit HyperEVM werden On-Chain-Interaktionen im Hyperliquid-Ökosystem vielfältiger. Gleichzeitig steigt damit auch das Risiko, dass Hyperliquid-Nutzer durch Drainer, Phishing-Websites oder bösartige DApps angegriffen werden. Dieser Artikel erklärt, wie solche Angriffe funktionieren und wie du dich besser schützen kannst.
Laut Untersuchungen von Chainalysis haben sich Drainer-Toolkits bereits zu einer professionellen Untergrundindustrie entwickelt. Angreifer können mit geringen Kosten maßgeschneiderte Drainer-Contracts deployen und diese über Phishing-Seiten oder bösartige DApps massenhaft verbreiten.
Wie ein Approval Drainer funktioniert
Um Drainer-Angriffe zu verstehen, musst du zuerst den approve-Mechanismus von ERC-20-Tokens verstehen.
Der ERC-20-Standard definiert eine approve-Funktion. Damit kann ein Token-Inhaber einer anderen Adresse — meistens einem Smart Contract — erlauben, Tokens bis zu einem bestimmten Betrag aus seiner Wallet zu transferieren. Dieser Mechanismus ist eine Grundlage von DeFi: Wenn du auf einer DEX Tokens swapst, musst du dem Swap-Contract vorher erlauben, auf die jeweiligen Tokens in deiner Wallet zuzugreifen.
Approval Drainer missbrauchen genau diesen Mechanismus:
- Der Angreifer deployt einen bösartigen Contract, der nach einer erhaltenen Autorisierung Assets aus der Wallet des Nutzers abziehen kann.
- Über gefälschte Websites, Fake-Airdrops oder bösartige DApps wird der Nutzer dazu gebracht, eine
approve-Transaktion für diesen Contract zu signieren. - Die Signatur wirkt auf den ersten Blick harmlos, gewährt dem bösartigen Contract aber tatsächlich Transferrechte für einen bestimmten Token — manchmal sogar mit unbegrenztem Limit.
- Der Contract transferiert die Tokens anschließend aus der Wallet des Nutzers, oft innerhalb derselben oder der nächsten Transaktion.
Der gesamte Angriff kann in wenigen Sekunden abgeschlossen sein. Sobald ein approve on-chain bestätigt wurde, kann der Angreifer die Berechtigung nutzen, bis sie widerrufen wird.
Besondere Risiken im HyperEVM-Kontext
HyperEVM ist die EVM-kompatible Ausführungsumgebung von Hyperliquid. Sie ermöglicht es, Ethereum-kompatible Smart Contracts im Hyperliquid-Ökosystem zu nutzen. Das eröffnet viele DeFi-Möglichkeiten, bringt aber auch dieselben Sicherheitsrisiken mit sich, die Nutzer aus Ethereum und anderen EVM-Chains kennen.
Typische Drainer-Varianten auf HyperEVM können sein:
- Phishing-Seiten, die wie native HyperEVM-DApps aussehen und Nutzer zu einer bösartigen Autorisierung verleiten
- Drainer, die EIP-2612 Permit-Signaturen ausnutzen: Nutzer signieren dabei eine Off-Chain-Nachricht statt einer On-Chain-Transaktion, wodurch der Angriff schwerer zu erkennen ist
- Gefälschte Interfaces legitimer HyperEVM-Protokolle, die während einer scheinbar normalen Interaktion zusätzliche
approve-Anfragen einschleusen
Der EIP-712-Standard für strukturierte Signaturen verbessert zwar die Lesbarkeit von Signaturen, löst das Problem aber nicht vollständig. Viele Nutzer verstehen beim Signieren solcher Nachrichten trotzdem nicht, welche Rechte sie gerade vergeben. Genau das macht Permit-basierte Drainer so gefährlich.
Permit-Signatur-Drainer: die unauffälligste Variante
Ein klassischer approve-Drainer löst eine On-Chain-Transaktion aus. In vielen Wallets erscheint dabei ein Hinweis wie „Token Approval“. Erfahrene Nutzer können solche Auffälligkeiten manchmal erkennen.
Ein Permit-Signatur-Drainer ist deutlich schwerer zu identifizieren.
Statt einer Transaktion sieht der Nutzer eine „Sign Message“-Anfrage. Im Popup werden strukturierte Daten angezeigt, die wie eine normale Login-Bestätigung oder Identitätsprüfung wirken können. Viele Nutzer klicken dann auf Bestätigen, weil sie glauben, dass eine einfache Signatur keine Assets bewegen kann.
Tatsächlich kann diese Nachricht aber eine EIP-2612-Permit-Autorisierung enthalten, unter anderem mit:
spender: die Adresse, die Zugriff erhält — im Angriff die bösartige Contract-Adressevalue: der genehmigte Betrag — häufig der maximale U256-Wert, also faktisch eine unbegrenzte Freigabedeadline: die Gültigkeitsdauer — oft weit in der Zukunft
Nach der Signatur muss der Angreifer nur noch diese signierte Nachricht zusammen mit einem transferFrom-Call on-chain einreichen. Dafür benötigt er nicht deinen Gas-Zahlungsprozess; du hast die Autorisierung bereits geliefert.
Wie du dich vor Drainer-Angriffen schützt
1. Verstehe jede Signaturanfrage, bevor du bestätigst
Gewöhne dir an, bei jeder Wallet-Anfrage kurz innezuhalten und den Inhalt zu prüfen.
Wenn es eine Transaktion ist:
- Prüfe, ob die
to-Adresse dem Contract entspricht, mit dem du wirklich interagieren willst. - Achte darauf, ob die Daten einen
approve-Call enthalten. - Prüfe, ob der genehmigte Betrag realistisch ist oder ob ein unbegrenztes Limit gesetzt werden soll.
Wenn es eine Message-Signatur ist:
- Suche nach Feldern wie
spender,value,deadlineoderpermit. - Sei besonders vorsichtig, wenn eine Signatur als Login dargestellt wird, aber Token-Berechtigungen enthält.
- Wenn du den Inhalt nicht verstehst: nicht signieren.
2. Prüfe und widerrufe unnötige Token Approvals regelmäßig
Über Revoke.cash kannst du deine bestehenden On-Chain-Autorisierungen prüfen. Verbinde deine Wallet und kontrolliere, welchen Contracts du aktuell Zugriff auf welche Tokens gegeben hast.
Unbekannte Contract-Adressen, alte Berechtigungen oder Approvals für DApps, die du nicht mehr nutzt, solltest du widerrufen.
Eine sinnvolle Routine ist, diese Prüfung etwa einmal pro Monat durchzuführen — besonders nachdem du neue DApps getestet hast.
3. Nutze möglichst kleine Approval-Beträge
Wenn eine DApp ein approve verlangt, akzeptiere nicht automatisch die Voreinstellung „Max“ oder „Unlimited“. Genehmige nach Möglichkeit nur den Betrag, den du für die konkrete Transaktion benötigst.
Das verhindert einen Angriff nicht vollständig, begrenzt aber den möglichen Schaden auf den freigegebenen Betrag.
4. Sei bei HyperEVM-DApps besonders vorsichtig
Das HyperEVM-Ökosystem ist noch relativ jung. Neue Protokolle können unbeabsichtigte Sicherheitslücken haben, und bösartige Projekte können versuchen, sich als legitime DApps auszugeben.
Bevor du mit einer HyperEVM-DApp interagierst, solltest du prüfen:
- Gibt es offizielle Kommunikationskanäle?
- Ist der Link über offizielle Quellen bestätigt?
- Wurde das Protokoll auditiert?
- Gibt es eine nachvollziehbare Community-Historie?
- Wird eine ungewöhnliche Signatur oder ein unbegrenztes Approval verlangt?
Die offiziellen Hyperliquid-Dokumente sind ein guter Ausgangspunkt, um legitime Informationen zum HyperEVM-Ökosystem zu prüfen.
5. Nutze OneKey Hardware Wallets für physische Bestätigung
Eine Hardware Wallet wie OneKey schützt dich nicht dadurch, dass sie jede schlechte Entscheidung automatisch verhindert. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie eine zusätzliche physische Kontrollschicht zwischen Browser und Signatur einzieht.
Bei approve-Anfragen zeigt OneKey auf dem Gerät wichtige Informationen wie den autorisierten spender und den Betrag an — nicht nur die Beschreibung, die eine Website oder Browser-Erweiterung vorgibt. Selbst wenn eine bösartige Website im Browser eine freundliche Erklärung vortäuscht, kannst du auf dem Hardware-Display die tatsächlichen Transaktionsdaten prüfen und ablehnen.
Auch bei Permit- und EIP-712-Signaturen kann OneKey strukturierte Inhalte auf dem Gerät anzeigen. Dadurch sinkt das Risiko, eine gefährliche Signatur blind zu bestätigen.
Für Hyperliquid-Trading ist ein sauberer Workflow besonders wichtig: Verwende OneKey zur sicheren Wallet-Verwaltung und nutze OneKey Perps als praktische Oberfläche für Hyperliquid-Perps, statt über zufällige Links aus Suchmaschinen, Telegram oder Discord zu gehen.
Drainer-Signale und passende Reaktionen
Häufige Fragen
Q1: Kann ich Tokens zurückholen, wenn ich die Berechtigung nach einem Drainer-Angriff widerrufe?
Nein. Das Widerrufen einer Berechtigung verhindert nur zukünftige Transfers. Bereits bestätigte On-Chain-Transaktionen können nicht rückgängig gemacht werden.
Q2: Ist es sicher, eine verdächtige Website nur anzuschauen, ohne die Wallet zu verbinden?
Nur das Öffnen einer Website führt normalerweise nicht direkt zu einem Asset-Verlust, weil für einen Transfer eine Signatur oder Transaktion erforderlich ist. Trotzdem können bösartige Websites versuchen, Browser- oder Extension-Schwachstellen auszunutzen. Für verdächtige Seiten ist ein separater Browser ohne Wallets und ohne Assets sinnvoller.
Q3: Was ist der praktische Unterschied zwischen EIP-2612 Permit und normalem approve?
Ein normales approve ist eine On-Chain-Transaktion und kostet Gas. EIP-2612 Permit ist eine Off-Chain-Signatur, die beim Signieren kein Gas kostet. Nach der Signatur kann ein Angreifer sie aber on-chain nutzen, um über transferFrom Tokens zu bewegen. Die Annahme „Sign Message kann keine Assets kosten“ ist daher falsch. Weitere Details findest du in der EIP-2612-Spezifikation.
Q4: Kann OneKey Drainer-Angriffe vollständig verhindern?
Nein, kein Tool kann das vollständig garantieren. OneKey reduziert das Risiko deutlich, weil kritische Daten auf einem separaten Hardware-Display geprüft und physisch bestätigt werden müssen. Am Ende hängt Sicherheit aber weiterhin davon ab, ob du die angezeigten Informationen verstehst und verdächtige Anfragen ablehnst.
Q5: Welche HyperEVM-Aktionen sind besonders riskant?
Besonders riskant sind „kostenlose“ Airdrops, unbekannte Liquidity-Mining-Angebote, DApps aus Suchmaschinenanzeigen, nicht gespeicherte Links und Links aus Telegram- oder Discord-Gruppen. Prüfe immer zuerst offizielle Quellen, bevor du deine Wallet verbindest oder eine Signatur bestätigst.
Fazit: Jede Signatur verstehen, Hardware-Verifikation nutzen
Approval Drainer sind so gefährlich, weil sie nicht zwingend eine technische Schwachstelle ausnutzen. Sie setzen darauf, dass Nutzer eine Signatur bestätigen, deren Folgen sie nicht vollständig verstehen. Mit dem Wachstum von HyperEVM und mehr On-Chain-Aktivität im Hyperliquid-Umfeld werden solche Angriffe wahrscheinlich häufiger und raffinierter.
Die wirksamste Verteidigung ist eine Kombination aus Gewohnheit und Tooling: Verstehe jede Transaktion und jede Signatur, prüfe regelmäßig deine Approvals mit Revoke.cash und nutze eine OneKey Hardware Wallet für physische Bestätigung auf Geräteebene. Für Hyperliquid-Perps ist OneKey Perps ein praktischer Workflow, weil du nicht auf zufällige DApp-Links angewiesen bist.
Wenn du deine Wallet-Sicherheit verbessern möchtest, kannst du OneKey unter onekey.so/download ausprobieren bzw. herunterladen und OneKey Perps für deinen Hyperliquid-Workflow nutzen.
Risikohinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ist keine Anlage-, Rechts- oder Finanzberatung. On-Chain-Sicherheit liegt in deiner eigenen Verantwortung. Die genannten Maßnahmen können das Risiko reduzieren, aber keinen vollständigen Schutz vor allen Angriffen garantieren.



