Analyse: Droht ein Abfluss von 10–15 Milliarden US-Dollar, wenn Krypto-Treasury-Unternehmen aus MSCI-Indizes entfernt werden?

YaelYael
/18. Dez. 2025

Schlüssel-Ergebnisse

• MSCI plant, Unternehmen mit über 50% digitalen Vermögenswerten aus Indizes auszuschließen.

• Ein möglicher Kapitalabfluss von 10-15 Milliarden US-Dollar könnte die Märkte erheblich beeinflussen.

• JPMorgan schätzt, dass der Ausschluss von MicroStrategy bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar an passiven Kapitalabflüssen auslösen könnte.

• Die Konsultation läuft bis zum 31. Dezember 2025, mit einer Entscheidung am 15. Januar 2026.

Am 18. Dezember warnte die Interessengruppe Bitcoin For Corporations, dass bei einer Umsetzung der von MSCI vorgeschlagenen methodischen Änderungen – nämlich dem Ausschluss von Krypto-Treasury-Unternehmen aus den Aktien-Benchmarks – passive Investoren gezwungen sein könnten, ihre Engagements im Wert von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar aufzugeben. Diese Schätzung basiert auf einer „verifizierten vorläufigen Liste“ von 39 börsennotierten Unternehmen mit einer insgesamt float-bereinigten Marktkapitalisierung von rund 113 Milliarden US-Dollar. Zwar stehen Aktienmärkte im Zentrum dieser Diskussion, doch könnten sich durch den dadurch ausgelösten mechanischen Verkaufsdruck auch Auswirkungen auf die Blockchain-Märkte ergeben – insbesondere durch geringere Nachfrage von Unternehmensseite nach Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten. Siehe hierzu die Zusammenfassung und Dokumente von MSCI im Kontext.
(Bezug: BlockBeats-Zusammenfassung; MSCI-Konsultationspapier)

  • Zusammenfassung der Schätzung von BFC auf theblockbeats.info
  • MSCI-Konsultation zu Digital Asset Treasury Companies (DATCOs), inklusive vorläufiger Liste und Entscheidungszeitachse: msci.com

Worum es bei MSCIs Konsultation geht – und wann entschieden wird

MSCI führt eine formelle Konsultation durch, ob Unternehmen, deren digitale Vermögenswerte 50 % oder mehr der Gesamtaktiva ausmachen, ausgeschlossen werden sollen – vorausgesetzt, ihr Hauptgeschäft ist als „Digital Asset Treasury“ klassifiziert. Die Feedback-Phase läuft bis zum 31. Dezember 2025; die Ergebnisse sollen am 15. Januar 2026 veröffentlicht werden. Etwaige Änderungen würden im Rahmen der Index-Überprüfung im Februar 2026 wirksam. Im Konsultationspapier ist bereits eine vorläufige Liste von 39 betroffenen Unternehmen enthalten. Details dazu im MSCI-Dokument.

Warum ist das bedeutsam? MSCI-gebundene Produkte bewegen systemrelevante Summen. Die von MSCI-Indizes verfolgten ETF-Vermögen überstiegen 2025 die Marke von 2 Billionen US-Dollar, insgesamt sind weltweit über 17 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten an MSCI-Benchmarks gekoppelt. Selbst kleinere Änderungen können bedeutende Kapitalflüsse auslösen. (msci.com)

Abschätzung möglicher Kapitalabflüsse

  • Gesamtumfang: Laut Bitcoin For Corporations könnten durch passive Umschichtungen bis zu 15 Milliarden US-Dollar Verkaufskapital freigesetzt werden – basierend auf der vorläufigen MSCI-Liste und üblichen Index-Gewichtungen. (Blockbeats-Zusammenfassung)
  • Einzelfallperspektive: JPMorgan schätzt, dass allein der Ausschluss von Strategy (ehemals MicroStrategy) aus MSCI-Indizes rund 2,8 Milliarden US-Dollar an passiven Kapitalabflüssen auslösen könnte – mit einem möglichen Anstieg auf bis zu 8,8 Milliarden US-Dollar, sofern andere Indexanbieter dem Beispiel folgen. Zahlreiche Medien griffen diese Schätzungen zuletzt auf. (coindesk.com)

Diese Zahlen zeigen eindrücklich, wie wichtig Index-Entscheidungen für Marktliquidität sind – insbesondere wenn es um die Klassifikation von Unternehmen als „operative Gesellschaft“ oder „Investmentfonds“ geht.

Wer steht auf MSCIs vorläufiger Liste?

Die Liste umfasst 39 Wertpapiere mit großer, mittlerer und kleiner Marktkapitalisierung aus den USA, Japan, Europa und anderen Regionen. Sie schließt sowohl rein auf Treasury ausgerichtete Firmen ein als auch solche, deren Geschäftsmodelle auf Mining oder Finanzierungsstrategien mit substantiellen Krypto-Assets basieren. Die Daten zum Streubesitz und zur Marktkapitalisierung stammen vom 30. September 2025. Die vollständige Liste und methodische Anmerkungen finden sich hier:
MSCI-Konsultationsdokument

Einen weiteren Überblick über Bitcoin-Treasury-Holdings von Unternehmen sowie zur Relevanz dieser Akteure am Markt gibt es hier:
coindesk.com

Welche Mechanismen lösen Marktreaktionen aus?

  • Passive Nachbildung: Indexfonds und ETFs müssen zum Stichtag Indexveränderungen durch Zu- und Verkäufe umsetzen – was Angebot und Nachfrage kurzfristig stark beeinflusst. Ergebnisse der MSCI-Entscheidung werden am 15. Januar 2026 erwartet; die Umsetzung ist für die Indexüberarbeitung im Februar 2026 vorgesehen. (msci.com)
  • Sekundäreffekte: Ein Ausschluss aus Benchmarks kann betroffenen Unternehmen deutlich erhöhte Kapitalbeschaffungskosten, geringere Liquidität und eingeschränkte Möglichkeiten zur Finanzierung digitaler Reserven bringen. Dies könnte mittelbar die Nachfrage nach BTC/ETH reduzieren und zur Risikominimierung führen. (coindesk.com)
  • Signalwirkung auf andere Indizes: Sollten weitere Anbieter MSCIs Einschätzung folgen, könnten die Verkaufswellen weit über eine Indexfamilie hinausreichen. (coindesk.com)

Die Debatte: Neutralität, Vergleichbarkeit und Bilanzierung

Kritiker argumentieren, der Vorstoß breche mit dem Prinzip der Benchmark-Neutralität und schaffe Schwellenwerte, die durch volatile Assetpreise ausgelöst werden. Zudem könnten unterschiedliches Rechnungswesen gemäß US-GAAP versus IFRS inkonsistente Bewertungen bei vergleichbaren Unternehmen erzeugen.
Strive fasst in einem offenen Brief zentrale Bedenken zusammen. (cointelegraph.com)

MSCI selbst betont die Frage der Klassifikation: Halten Unternehmen mehr als 50 % digitale Vermögenswerte und besteht ihr Hauptgeschäft aus Treasury-Aktivitäten, ähneln sie eher Investmentfonds – diese werden in der Regel nicht in breiten Aktienindizes erfasst. Die Argumentation dazu findet sich direkt im MSCI-Konsultationspapier.

Was zwischen jetzt und Februar 2026 beobachtet werden sollte

  • Ende der Konsultation und Entscheidung: Rückmeldungen sind bis zum 31. Dezember 2025 möglich. Entscheidung am 15. Januar 2026. Eine Umsetzung ist für die Februar-Überprüfung vorgesehen.
  • Veränderungen bei Indexfonds: Beobachten Sie Anpassungen in ETF-Portfolios und mögliche Vorpositionierungen im Vorfeld der Index-Neuzusammensetzung. Einordnungen zur Größe MSCI-gebundener Vermögen finden Sie hier.
  • Strategien der betroffenen Unternehmen: Beobachten Sie Anpassungen bei Kapitalmaßnahmen oder Veränderungen der BTC-/ETH-Bestände, um unter dem 50 %-Schwellenwert zu bleiben. Einzelfallanalysen bieten wichtige Hinweise. (coindesk.com)
  • Langfristiger Trend zur Krypto-Adoption: Trotz regulatorischer Unsicherheiten ist die Anzahl börsennotierter Unternehmen mit BTC-Beständen im Jahr 2025 deutlich angestiegen. Verfolgen Sie, ob Index-Politiken diese Entwicklung bremsen oder lediglich umstrukturieren. (coindesk.com)

Handlungsempfehlungen für Treasury-Teams und Investoren

  • Index-Risikoszenarien durchspielen: Modellieren Sie mögliche Kapitalabflüsse aus Aktien sowie Folgewirkungen auf digitale Bestände in Abhängigkeit von Preisentwicklung und Finanzierungsbedingungen. Nutzen Sie die vorläufige MSCI-Liste für Peer-Benchmarks. (msci.com)
  • Treasury-Governance stärken: Dokumentieren Sie strategische Entscheidungen und Risikolimits durch den Vorstand – z. B. Auslöser für Hedging, Verschuldungsabbau oder Diversifikation der Rücklagen. Die Governance-Struktur sollte Index-Klassifikationsänderungen standhalten.
  • Sichere Verwahrung implementieren: In volatilen Phasen kann operationelles Risiko kritischer sein als kurstechnisches. Setzen Sie auf getrennte Cold-Storage-Lösungen, Multi-Signatur-Workflows und verständliche Signaturprozesse, um Transaktionsfehler zu minimieren.

Hinweis zur Absicherung von Firmenschätzen und persönlichen Vermögen

Unabhängig von MSCIs endgültiger Entscheidung ist eine starke Selbstverwahrung ein effektiver Schutz gegen Marktturbulenzen. Unternehmen und fortgeschrittene Nutzer, die Multi-Sig oder Richtlinienkontrollen benötigen, sollten auf Hardware-Wallets mit geprüfter Open-Source-Firmware, echtem Offline-Signing und sicheren Elementen setzen. Geräte wie jene von OneKey basieren auf EAL 6+-zertifizierten Komponenten, unterstützen Air-Gap-Workflows und erlauben klare Signaturen – essenziell für krisensichere Strategien. Wer regelmäßig umschichtet oder mehrere Signaturen verwaltet, sollte sein Setup vor relevanten Rebalancing-Terminen modernisieren, um Ausführungsrisiken deutlich zu senken.


Weiterführende Informationen

  • MSCI-Konsultation zu Digital Asset Treasury Companies (Umfang, 50 %-Schwelle, Zeitachse, vorläufige Liste): pdf

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