Bitget führt Perpetual-Kontrakt auf die Mastercard-Aktie (MA) ein
Bitget führt Perpetual-Kontrakt auf die Mastercard-Aktie (MA) ein
Bitget hat am 4. November einen an die Mastercard-Aktie gekoppelten Perpetual-Kontrakt eingeführt. Damit erhalten Krypto-Trader eine weitere Möglichkeit, gehebelte Positionen auf ein bedeutendes börsennotiertes Unternehmen einzugehen. Der MA-Kontrakt wird in USDT abgerechnet, bietet eine Hebelwirkung von bis zu 20x und kann rund um die Uhr gehandelt werden.
Zum Zeitpunkt der Ankündigung bot Bitget bereits Aktienkontrakte auf 395 Unternehmen an. Die Einführung spiegelt das wachsende Interesse an Produkten wider, die ein Engagement in traditionellen Finanzmärkten innerhalb einer Krypto-Handelsumgebung ermöglichen. Solche Derivate unterscheiden sich jedoch grundlegend vom direkten Besitz von Aktien.
Was der MA-Kontrakt Tradern bietet
Bei dem Produkt von Bitget handelt es sich um einen Perpetual-Futures-Kontrakt, der an den Kurs der Mastercard-Aktie gekoppelt ist – nicht um den Kauf der Aktie selbst. Trader können eine Long-Position eröffnen, wenn sie mit einem Anstieg des Referenzpreises rechnen, oder eine Short-Position eingehen, wenn sie von einem Kursrückgang ausgehen.
Der Kontrakt zeichnet sich durch mehrere Merkmale aus:
- Abrechnung in USDT: Handelsgewinne und -verluste werden in dem Stablecoin ausgewiesen und abgerechnet. Eine Lieferung von Mastercard-Aktien findet nicht statt.
- Bis zu 20x Hebel: Trader können eine Position eröffnen, indem sie nur einen Bruchteil ihres Nominalwerts als Margin hinterlegen. Der tatsächlich verfügbare Hebel kann von den Regeln der Plattform und der Positionsgröße abhängen.
- Handel rund um die Uhr: Positionen lassen sich auch außerhalb der regulären Handelszeiten des US-Aktienmarkts eröffnen und verwalten, sofern die Plattform verfügbar ist.
- Keine feste Laufzeit: Anders als klassische Futures mit einem festgelegten Verfallsdatum können Perpetual-Kontrakte grundsätzlich so lange offenbleiben, bis der Trader die Position schließt oder sie liquidiert wird.
Da es sich bei dem Produkt um ein Derivat handelt, entstehen daraus keine Aktionärsrechte, etwa ein Stimmrecht oder ein direkter Dividendenanspruch. Trader sollten in den Kontraktspezifikationen von Bitget nachlesen, wie Kapitalmaßnahmen wie Dividendenzahlungen oder Aktiensplits berücksichtigt werden.
Wie der 24/7-Handel das Engagement in Aktien verändert
Ein wesentlicher Vorteil eines aktiengebundenen Krypto-Kontrakts besteht darin, dass Trader auch dann auf Nachrichten reagieren können, wenn die US-Aktienmärkte geschlossen sind. Wer beispielsweise über das Wochenende eine Position hält, kann diese möglicherweise anpassen, ohne bis zur nächsten regulären Börsensitzung warten zu müssen.
Diese Flexibilität bringt jedoch Besonderheiten bei der Preisbildung mit sich: Die zugrunde liegende Aktie wird an ihrem Hauptmarkt nicht durchgehend gehandelt. Ist der Kassamarkt geschlossen, kann der Kontraktpreis auf verfügbaren Referenzpreisen, anderen Handelsaktivitäten und den Erwartungen der Marktteilnehmer beruhen – statt auf einem aktuellen Börsenkurs der Mastercard-Aktie. Auch Liquidität und Geld-Brief-Spannen können je nach Tageszeit schwanken.
Vor dem Handel sollten Nutzer deshalb prüfen, wie der Index der Plattform berechnet wird und welche Regeln für den Mark-Preis gelten. Diese Mechanismen sind wichtig, da der angezeigte Kontraktpreis von dem Preis abweichen kann, der zur Berechnung einer Liquidation herangezogen wird.
Risiken durch Hebel, Finanzierung und Liquidation
Der maximal verfügbare Hebel entspricht nicht zwangsläufig einer sinnvollen Positionsgröße. Bei einem 20-fachen Hebel kann bereits eine vergleichsweise geringe ungünstige Kursbewegung einen erheblichen Teil der hinterlegten Margin aufzehren. Abhängig von den Margin-Regeln der Plattform, den anfallenden Gebühren und weiteren Kontobedingungen kann eine Liquidation früher eintreten, als der Trader erwartet.
Bei Perpetual-Kontrakten können außerdem Finanzierungszahlungen zwischen Long- und Short-Tradern anfallen. Die Finanzierungsraten können sich im Laufe der Zeit verändern und dadurch die laufenden Kosten einer Position erhöhen. Vor dem Eröffnen einer Position sollten Trader die aktuelle Rate, den Abrechnungszeitplan, die Handelsgebühren und die Margin-Anforderungen prüfen.
Die Hinweise der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission zum Handel mit virtuellen Währungen erläutern, weshalb gehebelter Handel in volatilen Märkten zu erheblichen Verlusten führen kann.
Was vor dem Eröffnen einer Position zu prüfen ist
Ein Aktien-Perpetual vereint die Risiken der zugrunde liegenden Aktie, des Derivats und der Handelsplattform. Eine sorgfältige Prüfung sollte folgende Punkte umfassen:
- Referenz- und Mark-Preise: Es sollte nachvollziehbar sein, wie der Kontrakt die Kursentwicklung von Mastercard abbildet und wie Positionen außerhalb der regulären Börsenzeiten bewertet werden.
- Margin- und Liquidationsregeln: Zu prüfen sind die Erhaltungsmargin, die Auslöser einer Liquidation und die Frage, ob die Position eine isolierte Margin oder eine Cross-Margin verwendet.
- Gesamte Handelskosten: Dazu gehören Gebühren für die Eröffnung und Schließung der Position, Spreads sowie mögliche Finanzierungszahlungen.
- Anpassungen bei Kapitalmaßnahmen: Trader sollten prüfen, wie die Plattform mit Dividenden, Aktiensplits und anderen Ereignissen umgeht, die sich auf die zugrunde liegende Aktie auswirken.
- Zugangsberechtigung und Verwahrung: Nutzer sollten sicherstellen, dass das Produkt in ihrem Land oder ihrer Region verfügbar ist, und sich der Risiken bewusst sein, die mit der Verwahrung von USDT auf einer zentralisierten Börse verbunden sind.
Das Gesamtbild
Aktiengebundene Perpetual-Kontrakte zeigen, wie Krypto-Plattformen ihr Produktangebot über klassische digitale Vermögenswerte hinaus erweitern. Für Nutzer liegt der Reiz darin, über eine vertraute Krypto-Handelsoberfläche an den Kursbewegungen traditioneller Märkte teilhaben zu können.
Der grundlegende Unterschied bleibt jedoch entscheidend: Ein in Token abgerechnetes Derivat ist nicht mit einer börsennotierten Aktie gleichzusetzen. Wer den Zugang zum Handel rund um die Uhr als Vorteil nutzen möchte, sollte zuvor genau verstehen, wie Preisbildung, Hebelwirkung, Kosten und plattformspezifische Risiken funktionieren.



