Circle: Nicht jedes Unternehmen kann einen Stablecoin herausgeben

3. Feb. 2026

Circle: Nicht jedes Unternehmen kann einen Stablecoin herausgeben

Stablecoins haben sich still und leise von einem „Krypto-Utility“ zu einem wesentlichen Bestandteil der globalen Finanzinfrastruktur entwickelt. Im Jahr 2025 beschleunigte sich diese Entwicklung deutlich: Immer mehr Institutionen untersuchen Onchain-Zahlungen, Regulierungsbehörden schaffen klarere Rahmenbedingungen, und viele Unternehmen stellen sich die gleiche Frage – sollten wir einen eigenen Stablecoin herausgeben?

Der Circle-Manager Kash Razzaghi formulierte dieses Dilemma prägnant in seinem Essay „Die Stablecoin-Falle: Einen Stablecoin herausgeben ohne die Infrastruktur, ihn zu betreiben“ (auch in Fachkreisen vielfach diskutiert und kommentiert). Die grundlegende Aussage ist simpel, aber oft ignoriert: Einen Stablecoin herauszugeben, bedeutet nicht einfach, ein Produkt zu launchen – es ist ein kontinuierlicher Finanzbetrieb, der auf Vertrauen, Liquidität und regulatorischer Konformität basiert.
(Quellen: Circle Blog, BlockBeats)

In diesem Artikel beleuchten wir die „Stablecoin-Falle“ praxisnah: Welche Infrastruktur ist wirklich nötig? Warum wird sie oft unterschätzt? Und worauf sollten Nutzer achten, wenn sie Stablecoins auswählen und halten?


Die „Stablecoin-Falle“: Wenn Tokenisierung mit Bankwesen verwechselt wird

Ein Stablecoin wirkt oft trügerisch einfach:

  • einen Smart Contract aufsetzen
  • den Preis an 1 USD (oder 1 EUR) koppeln
  • Liquidität an Börsen bereitstellen
  • als „schnellere Zahlungslösung“ vermarkten

Doch das Versprechen eines Stablecoins liegt nicht im Token selbst – es liegt in der glaubwürdigen Fähigkeit zur Einlösung, auch in großem Umfang, unter schwierigen Bedingungen und konform mit Vorschriften rund um den Globus.

Genau hierin liegt die Falle: Teams behandeln die Ausgabe eines Stablecoins wie ein typisches Blockchain-Feature, dabei handelt es sich in Wahrheit um ein reguliertes, risikokontrolliertes, liquiditätsabhängiges Finanzprodukt.

Wenn ein Unternehmen diesen Geldbetrieb nicht Tag für Tag managen kann – auch bei Hacks, Bankstörungen, Marktpanik oder regulatorischen Änderungen – ist es kein Stablecoin, sondern eine Haftung mit Smart-Contract-Hülle.


Was „Infrastruktur“ für Stablecoin-Herausgeber wirklich bedeutet

Ein Stablecoin-Projekt braucht weit mehr als technisches Know-how. Es erfordert betriebliche Fähigkeiten, die dem eines Finanzinstituts ähneln – unabhängig davon, ob es rechtlich als solches eingestuft wird.

1) Die Einlösung ist das Produkt – nicht der Token

Der Wert eines Stablecoins entsteht dadurch, dass der Markt glaubt:

  • Einlösungen sind garantiert
  • sie erfolgen zeitnah
  • sie basieren auf klaren Regeln
  • sie funktionieren auch unter Stressbedingungen

Wenn Einlösungen eingeschränkt sind, sich verzögern, selektiv erfolgen oder betrieblich anfällig sind, wird die Kursbindung schnell zur Marketingaussage statt zur Garantie.

Deshalb konzentrieren sich vertrauenswürdige Stablecoin-Emittenten so sehr auf ihre Zahlungsstrukturen: Bankpartner, Abwicklungsfenster, Treasury-Prozesse und Notfallpläne. Ein „24/7 Onchain-Token“ nützt wenig, wenn Einlösungen nur zu „Bürozeiten“ möglich sind.


2) Reserve-Management ist ein Fulltime-Job

Ein Stablecoin ist nur so stabil wie seine Reserven – und deren Governance.

Reserve-Management bedeutet unter anderem:

  • Auswahl der Vermögenswerte (Barbestände, kurzfristige Staatsanleihen, Repo-Markt usw.)
  • Konzentrationsrisiken (einzige Bank, einziger Verwahrer, wenige Anlageprodukte)
  • Liquidität in Stressphasen (können große Einlösungen schnell erfüllt werden?)
  • Zins- und Laufzeitenrisiken
  • operative Kontrollen (wer darf Reserven bewegen, wie funktioniert die Freigabe?)

Weltweite Standardgeber haben mehrfach betont, dass Stablecoins klassische Finanzrisiken – wie Illiquidität, Laufzeitinkongruenzen oder Panikreaktionen – auf neue technische Infrastrukturen übertragen. Vertiefende Infos finden sich beim Financial Stability Board zu Stablecoins sowie in der Forschung der BIS zu Zahlungssystemen.


3) Compliance ist kein Häkchen – sondern das Betriebssystem

Die Ausgabe eines Stablecoins berührt viele Compliance-Prozesse:

  • Sanktionsprüfungen
  • KYC / AML-Pflichten
  • Überwachung verdächtiger Transaktionen
  • länderspezifische Einschränkungen
  • Gegenparteirisiko und Kontrollprozesse
  • laufende Richtlinienpflege und Audits

Ein zentraler Branchentrend im Jahr 2025: Compliance-Anforderungen dehnen sich zunehmend über Börsen hinaus auf Zahlungsflüsse, Stablecoin-Infrastrukturen und institutionelle Onramps aus. Auch wenn Transaktionen technisch permissionless sind – die Schnittstellen des Emittenten zu Banken, Institutionen und Rückzahlungswegen sind es nicht.

Rahmenwerke globaler Organisationen wie die FATF zu virtuellen Assets und VASPs liefern hierfür wichtige Grundlagen.


4) Marktstruktur: Liquidität muss verdient werden

Viele Projekte glauben, Liquidität entstehe automatisch nach dem Token-Launch. In der Praxis braucht es:

  • verlässliche Market Maker
  • klare rechtliche Struktur
  • funktionierendes Arbitrage zwischen Emission und Einlösung
  • etablierte Börsen- und OTC-Partnerschaften
  • transparente Angaben zu Risiken

Ohne all das kann ein Stablecoin in volatilen Zeiten vom Peg abweichen – und „stabil“ wird zur theoretischen Aussage. Die Realität: Liquidität ist eine Beziehungsfrage, keine reine Smart-Contract-Frage.


5) Sicherheit und Notfallmanagement auf Infrastrukturebene

Sobald ein Stablecoin groß genug wird, steigt das Risiko:

  • Smart-Contract-Exploits
  • Brückenprobleme (bei Multichain-Projekten)
  • Phishing & Social Engineering
  • Kompromittierte Signaturschlüssel in der Lieferkette
  • Insider-Bedrohungen & menschliche Fehler

Stablecoin-Emittenten müssen Sicherheitsmaßnahmen etablieren wie kritische Infrastrukturen: Aufgaben sauber trennen, Schlüssel auf Hardwarebasis verwalten, Monitoring betreiben, Notfallabläufe regelmäßig durchspielen.

Für Nutzer bedeutet das auch: Self-Custody ist essenziell – je sicherer die eigene Signaturumgebung, desto weniger ist man von der Plattform-Sicherheit abhängig. Ein Stablecoin mag „stabil“ sein – doch euer Zugriff darauf ist nur so sicher wie eure Schlüssel.


Warum trotzdem so viele Unternehmen eigene Stablecoins wollen – und wann das sinnvoll ist

Die Nachfrage ist nachvollziehbar. Ein professionell betriebener Stablecoin kann:

  • grenzüberschreitende Zahlungen vereinfachen
  • rund um die Uhr programmierbare Zahlungen ermöglichen
  • Treasury-Prozesse von Onchain-native Firmen optimieren
  • neue Distributionskanäle schaffen (Wallets, Apps, Zahlungs-APIs)
  • tokenisierte Assets und Onchain-Kapitalmärkte unterstützen

Im Jahr 2025 änderte sich die Erzählung: Stablecoins waren nicht mehr nur Handelsvehikel. Sie wurden zur Abwicklungsschicht für tokenisierte Realwelt-Assets, Treasury-Management Onchain und B2B-Zahlungen. Dieser Trend passt zur Forschung globaler Institute über Tokenisierung und Finanzmarktinfrastruktur (siehe den BIS Bereich zu Fintech und Tokenisierung).

Ein eigener Stablecoin macht Sinn, wenn der Emittent die beschriebenen betrieblichen Anforderungen erfüllt (oder glaubwürdig aufbauen kann) und ein echtes Geschäftsbedürfnis besteht, das bestehende Stablecoins nicht abdecken.


Die unsichtbare Last: Stablecoin-Emission ist ein Versprechen ohne Ablaufdatum

Wer einen Stablecoin herausgibt, verspricht:

  • dauerhafte Solvenz (reservenbasiert)
  • dauerhafte Liquidität (auch in Stressphasen)
  • dauerhafte Compliance (Rechtslage verändert sich)
  • dauerhafte Transparenz (Märkte fordern sie)

Deshalb ist „wir bringen einen Stablecoin heraus“ nicht vergleichbar mit „wir launchen einen Token“.

Es ist eher so: wir betreiben auf Dauer eine hochvertrauenswürdige Finanzinfrastruktur.


Worauf Nutzer achten sollten: Ein praktischer Stablecoin-Check

Wenn du Trader, Entwickler oder langfristiger Holder bist und Stablecoins für Zahlungen oder als Sparkonto-Ersatz nutzt, achte auf diese Punkte:

  1. Klarheit bei Einlösung: Wer darf einlösen? Wie schnell? Unter welchen Bedingungen?
  2. Reserventransparenz: Wie oft wird berichtet? Werden Reserven klar beschrieben?
  3. Regulatorischer Status: Agiert der Emittent in einem glaubwürdigen Rahmen?
  4. Betriebliche Stabilität: Wie wurde auf Marktstress reagiert?
  5. Chain-Abdeckung: Multichain – wie werden Tokens ausgegeben? Gibt es Brücken?
  6. Konzentrationsrisiko: Starke Abhängigkeit von Einzelbank, Verwahrer oder Region?

Zur allgemeinen Einordnung von Stablecoin-Typen und Risiken lohnt ein Blick auf die Ressourcen des IWF zu digitalem Geld.


Die Rolle von Self-Custody: Stablecoins helfen nur, wenn du Zugriff hast

Selbst der resilienteste Stablecoin schützt nicht vor persönlichen Sicherheitsrisiken:

  • eingefrorene Börsenkonten
  • Account-Hacks
  • Phishing
  • SIM-Swaps
  • Schadsoftware, die Schlüssel stiehlt

Für viele ist der Stablecoin einfach Arbeitskapital – zum Bezahlen von Gehältern, als Margin, für globale Zahlungen. Die Wahl der Verwahrung ist daher pragmatisch, nicht ideologisch.

Eine Hardware-Wallet wie OneKey kann hier viel beitragen: Sie trennt private Schlüssel von internetfähigen Geräten und erlaubt den täglichen Umgang mit Stablecoins auf verschiedenen Chains – reduziert also das Risiko totalen Verlusts durch gehackte Geräte oder Add-ons.

Wenn dein Stablecoin-Guthaben bedeutend ist, gehört der Schutz deiner Signaturumgebung zum gleichen Pflichtprogramm, vor welchem die „Stablecoin-Falle“ warnt: In der Finanzwelt ist Verlässlichkeit selbst das Produkt.


Fazit: Stablecoins belohnen Seriosität – und bestrafen Abkürzungen

Circle erinnert uns mit Nachdruck an zentrale Verantwortlichkeiten:

  • Stablecoins sind nicht einfach Token.
  • Vertrauen entsteht nicht beim Launch – sondern durch tägliche Arbeit.
  • Liquidität, Compliance und Sicherheit unterscheiden Marktführer vom Rest.

Ab 2025 und darüber hinaus werden Stablecoins voraussichtlich ihren Weg in den Mainstream-Zahlungsverkehr und in Abwicklungssysteme finden. Doch die erfolgreichen Projekte werden nicht die mit dem schnellsten Contract-Launch sein – sondern jene, die Stablecoin-Infrastruktur wie ein Finanz-Backbone betreiben können.

Und für Nutzer gilt: Wählt Stablecoins mit solider Grundlage, bleibt wachsam bei neuen Risiken und schützt euren Zugang mit robuster Self-Custody.

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