CZ erwartet bei einem Bullenmarkt stärkere Kapitalzuflüsse und ruft Privatanleger zu mehr Vermögenssicherheit auf

Aktualisiert am 4. Nov. 2026

CZ erwartet bei einem Bullenmarkt stärkere Kapitalzuflüsse und ruft Privatanleger zu mehr Vermögenssicherheit auf

Binance-Gründer Changpeng Zhao, besser bekannt als CZ, rechnet damit, dass bei einer Rückkehr des Bullenmarktes mehr Kapital in den Kryptomarkt fließen wird. Zugleich warnt er Privatanleger: Die Entscheidung, wo Vermögenswerte verwahrt werden, ist nur ein Teil des Risikomanagements. Ebenso wichtig ist das Wissen, wie man sie wirksam schützt.

In einem Interview am 3. November sprach CZ darüber, wie Nutzer auf Sicherheitsvorfälle reagieren, welche Vor- und Nachteile Börsenverwahrung und Selbstverwahrung mit sich bringen und warum die Branche stärker in Sicherheit investieren muss. Seine Aussagen verdeutlichen eine grundsätzliche Tatsache: Keine Verwahrungslösung kann sämtliche Risiken vollständig ausschließen.

Warum Anleger nach einem Sicherheitsvorfall Gelder abziehen

Ein Sicherheitsvorfall kann Nutzer dazu veranlassen, ihre Vermögenswerte abzuziehen – selbst wenn eine Plattform die entstandenen Verluste ausgleicht. Institutionelle Anleger müssen möglicherweise interne Risikovorgaben einhalten, während Privatanleger ihr Engagement reduzieren oder ihre bisherigen Entscheidungen überdenken können.

CZ erklärte, Binance habe die Verluste aus dem von ihm angesprochenen Vorfall übernommen. Er selbst habe auf der Plattform keine Gelder verloren. Zudem sei das zugrunde liegende Problem inzwischen behoben worden. Diese Aussagen geben seine Darstellung des Vorfalls wieder; sie sollten nicht als Garantie verstanden werden, dass auch künftig jeder Verlust erstattet wird.

Seiner Einschätzung nach seien weniger als 10 % der abgezogenen Gelder an andere zentralisierte Börsen geflossen. Daraus lässt sich jedoch nicht eindeutig ableiten, wohin der verbleibende Betrag transferiert wurde: Gelder können über mehrere Adressen bewegt werden, und allein anhand von On-Chain-Aktivitäten lässt sich häufig weder feststellen, wer eine Wallet kontrolliert, noch aus welchem Grund eine Transaktion erfolgt ist.

CZ verwies außerdem auf einen späteren Wechsel zu stündlichen Nettozuflüssen, den er als Zeichen zurückkehrenden Vertrauens wertete. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Kapitalströme in den darauffolgenden Wochen und Monaten weiterhin schwanken könnten. Kurzfristige Zu- und Abflüsse liefern zwar nützliche Anhaltspunkte, sind jedoch kein umfassender Maßstab für die Sicherheit oder finanzielle Stabilität einer Plattform.

Börsenverwahrung und Selbstverwahrung: unterschiedliche Risiken, unterschiedliche Verantwortung

Werden Vermögenswerte auf einer zentralisierten Börse verwahrt, verlassen sich Nutzer auf deren Sicherheitssysteme, betriebliche Kontrollmechanismen und Fähigkeit, Auszahlungsanforderungen zu erfüllen. Darüber hinaus sollten sie die Geschäftsbedingungen der Börse kennen – insbesondere, wie diese mit Sicherheitsvorfällen umgeht und ob etwaige Schutzmechanismen bestimmten Einschränkungen unterliegen.

Bei der Selbstverwahrung verändert sich dieses Verhältnis. Der Nutzer kontrolliert die Schlüssel, die zur Autorisierung von Transaktionen erforderlich sind, trägt damit aber auch selbst die Verantwortung für den Schutz des Zugangs. Eine selbstverwaltete Wallet ist nicht automatisch sicher, nur weil die Vermögenswerte von einer Börse abgezogen wurden.

Die Entscheidung muss nicht zwangsläufig nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip getroffen werden. Je nach Bedarf können Nutzer einen Teil ihrer Gelder für den Handel bereithalten und langfristig gehaltene Vermögenswerte separat verwahren. Die passende Aufteilung hängt unter anderem von der Häufigkeit der Transaktionen, der Höhe des verwalteten Betrags und der Fähigkeit des Nutzers ab, Sicherungskopien zuverlässig zu schützen.

Hardware-Wallets verringern die Angriffsfläche, beseitigen aber nicht jedes Risiko

Eine Hardware-Wallet soll private Schlüssel von Geräten mit Internetverbindung getrennt halten und es dem Eigentümer zugleich ermöglichen, Transaktionen zu prüfen und freizugeben. Diese Trennung kann die Anfälligkeit für bestimmte Bedrohungen reduzieren, die Computer oder Smartphones betreffen.

Sie macht jedoch nicht jede Transaktion automatisch sicher. Nutzer können weiterhin einen schädlichen Smart Contract freigeben, Gelder an die falsche Adresse senden oder ihre Wiederherstellungsphrase offenlegen. Risiken können sogar entstehen, bevor eine Wallet ihren Besitzer erreicht: CZ nannte Angriffe auf die Lieferkette sowie Schwachstellen bei der Erzeugung von Wiederherstellungsphrasen als Beispiele für Gefahren, die für Nutzer nur schwer zu erkennen sind.

Deshalb sollten neben der Sicherheit des Geräts auch der Kauf und die Einrichtung sorgfältig berücksichtigt werden:

  • Kaufen Sie ausschließlich über einen vertrauenswürdigen Vertriebskanal. Befolgen Sie die Hinweise des Herstellers zur Überprüfung des Geräts und seiner Verpackung.
  • Erzeugen Sie die Wiederherstellungsphrase während der Einrichtung. Verwenden Sie niemals eine Phrase, die vom Verkäufer bereitgestellt wurde oder bereits auf einer beiliegenden Karte eingetragen ist.
  • Überprüfen Sie wichtige Transaktionsdaten auf dem Gerät. Kontrollieren Sie vor der Freigabe die Zieladresse und den Betrag.
  • Behandeln Sie unerwartete Sicherheitswarnungen mit Vorsicht. Eine Nachricht, die Sie zur Eingabe Ihrer Wiederherstellungsphrase oder zum sofortigen Transfer Ihrer Gelder auffordert, könnte ein Phishing-Versuch sein.

Weitere Informationen zum Erkennen betrügerischer Nachrichten finden Sie in den Phishing-Hinweisen der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency.

Eine praktische Sicherheitscheckliste für Kryptoanleger

Die folgenschwersten Fehler bei der Selbstverwahrung gehen nicht immer auf technisch ausgefeilte Angriffe zurück. Schon eine verlorene Sicherungskopie, ein beschädigter Wiederherstellungsnachweis oder eine versehentliche Überweisung kann dazu führen, dass Vermögenswerte nicht mehr zugänglich sind.

  1. Bewahren Sie Wiederherstellungsphrasen offline auf. Speichern Sie sie weder in Cloud-Notizen noch in E-Mails, Screenshots oder Nachrichten. Wer Zugriff auf die Phrase erhält, kann möglicherweise die damit verbundenen Vermögenswerte kontrollieren.
  2. Schützen Sie die Sicherung vor Verlust und Beschädigung. Wählen Sie einen sicheren Aufbewahrungsort und eine robuste Sicherungsmethode, die zu Ihrer persönlichen Situation passt. Berücksichtigen Sie auch vertrauenswürdige Regelungen für den Erbfall, ohne die Phrase unnötig offenzulegen.
  3. Geben Sie eine Wiederherstellungsphrase niemals auf einer Website ein. Seriöse Supportmitarbeiter benötigen sie nicht, um Probleme mit einem Konto oder einer Transaktion zu untersuchen.
  4. Testen Sie unbekannte Abläufe zunächst mit einem kleinen Betrag. Prüfen Sie vor einer größeren Überweisung das Netzwerk, die Adresse und den Empfangsvorgang.
  5. Prüfen Sie genau, was Sie signieren. Durch das Verbinden einer Wallet oder die Freigabe einer Smart-Contract-Transaktion können Berechtigungen erteilt werden, die weit über eine einzelne Zahlung hinausgehen. Lesen Sie jede Anfrage sorgfältig und vermeiden Sie Interaktionen, die Sie nicht verstehen.
  6. Sichern Sie Börsenkonten zusätzlich ab. Verwenden Sie ein einzigartiges Passwort und – sofern verfügbar – eine starke Multi-Faktor-Authentifizierung. Überprüfen Sie außerdem regelmäßig Ihre Auszahlungs- und Kontosicherheitseinstellungen.

Der Ethereum-Leitfaden zum sicheren Umgang mit Kryptowerten bietet weitere Informationen zu Wallet-Sicherheit, Betrugsmaschen und Transaktionsrisiken.

KI-Sicherheitstools können helfen, ersetzen aber nicht das Urteilsvermögen der Nutzer

CZ vertrat die Ansicht, dass die Kryptobranche stärker in Sicherheitstechnik investieren und KI-basierte Werkzeuge sowie spezialisierte Dienstleister intensiver einsetzen sollte. Solche Lösungen können Teams dabei unterstützen, verdächtige Aktivitäten zu untersuchen oder Warnmeldungen nach Dringlichkeit zu priorisieren. Ihr Nutzen hängt jedoch davon ab, wie sie implementiert und überwacht werden.

Für Nutzer gilt umgekehrt dieselbe Vorsicht: KI kann betrügerische Nachrichten und Identitätsvortäuschungen noch überzeugender erscheinen lassen. Ein professionell geführtes Supportgespräch, eine vertraut klingende Stimme oder eine dringende Warnung beweisen keineswegs, dass eine Aufforderung legitim ist. Im Zweifelsfall sollten Nutzer den offiziellen Supportkanal eines Dienstes eigenständig aufrufen, anstatt einem Link in einer unaufgefordert zugesandten Nachricht zu folgen.

Vorbereitung auf den nächsten Marktzyklus

CZs Erwartung stärkerer Kapitalzuflüsse steht unter der Voraussetzung eines erneuten Bullenmarktes und ist keine Prognose darüber, wann dieser beginnen wird. Sollte die Marktaktivität tatsächlich zunehmen, könnten sich für Nutzer mehr Chancen eröffnen – zugleich dürften aber auch der Zeitdruck bei Handelsentscheidungen, die Zahl unbekannter Anwendungen und die Sicherheitsrisiken steigen.

Die praktische Konsequenz lautet daher, bereits vor einer Phase erhöhten Marktdrucks einen Verwahrungsplan zu entwickeln. Nutzer sollten verstehen, wofür eine Börse verantwortlich ist, was sie selbst schützen müssen und wie sie den Zugang zu ihren Vermögenswerten wiederherstellen können, falls ein Gerät verloren geht. Wer sich für die Selbstverwahrung entscheidet, kann eine Hardware-Wallet wie OneKey in diesen Plan einbeziehen – vorausgesetzt, jede Transaktion wird sorgfältig geprüft und die Wiederherstellungsphrase sicher gesichert.

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