Globale Vermögenswerte im Sinkflug: Was passiert, wenn die Wette gegen den Dollar scheitert?

5. Feb. 2026

Globale Vermögenswerte im Sinkflug: Was passiert, wenn die Wette gegen den Dollar scheitert?

In den letzten Jahren hat sich das Thema „De-Dollarisierung“ von einer Randdebatte unter Volkswirten zu einer scheinbaren Marktmeinung entwickelt: Der US-Dollar muss schwächer werden, US-Vermögenswerte müssen unterperformen, und alternative Wertspeicher – wie Gold, Schwellenländer und Krypto – müssen davon profitieren.

Aber Märkte strafen selten ab, weil man „falsch“ liegt – sie strafen ab, wenn eine Position überlaufen ist.

Dieser Artikel analysiert das Thema mit einem Fokus auf Kryptowährungen, inspiriert vom Grundgedanken hinter "What Happens When The Bet Against America Fails?” (von @themarketradar; Redaktion/Übersetzung: Peggy, BlockBeats). Die zentrale Warnung ist simpel: Das eigentliche Risiko liegt nicht darin, ob die De-Dollarisierung langfristig eintrifft – sondern was passiert, wenn sich alle gleich positioniert haben und plötzlich wieder Dollar gebraucht werden.

Die Masse ist nicht nur „gegen den Dollar“ – sondern für denselben überfüllten Trade

In der Praxis heißt „gegen den Dollar wetten“ selten nur, einen Währungsindex zu shorten. Stattdessen drückt sich diese Wette meist in einer Kombination stark korrelierter Positionierungen aus:

  • Long Rohstoffe / Long Gold als „hartes Geld“
  • Long Schwellenländer, als nächste große Wachstumsstory
  • Long Anleihelaufzeiten / Liquiditäts-sensitive Assets, da Inflation nachlässt
  • Long Krypto (insbesondere Beta-Assets), als reflexive Liquiditätswette
  • Short USD – direkt oder über Carry-Trades, gehebelte Risiken und globale Finanzierungsstrukturen

Wird diese Marktposition einseitig überlaufen, steigt die Anfälligkeit. Ein einziger Auslöser – etwa starke US-Konjunkturdaten, hartnäckige Inflation, geopolitische Spannungen oder plötzliche Zinsanpassungen – kann eine heftige Kettenreaktion verursachen.

Wenn die „Anti-Dollar“-Wette scheitert: Makroökonomische Auswirkungen

Selbst wenn die Anti-Dollar-Wette nur zeitweise nicht aufgeht, folgt die Marktreaktion oft einem bekannten Muster:

1) Der Dollar gewinnt an Stärke (weil er immer noch das globale Finanzventil ist)

In Stressphasen wird der Dollar weniger als wirtschaftliche Wertung gehandelt, sondern eher wie eine Risikomarge. Internationale Handelsabrechnung, Schuldenbedienung und Sicherheitenketten basieren weiterhin stark auf dem Dollar.

Wenn Märkte plötzlich Dollar benötigen, verkaufen sie, was geht – meist genau jene Assets, die am stärksten vom „schwachen Dollar“ profitiert haben.

Ein guter Indikator zur Verfolgung der Dollarstärke sind die breiten Dollar-Indizes der US-Notenbank (siehe die FRED U.S. Dollar Index Series).

2) Die Liquidität trocknet aus, Volatilität steigt

Ein stärkerer Dollar geht häufig mit strafferen globalen Finanzbedingungen einher. In einem solchen Umfeld:

  • Dehnen sich Kreditspreads aus
  • Steigt die Volatilität am Aktienmarkt
  • Werden gehebelte Positionen durch höhere Finanzierungskosten belastet
  • Gewinnen „sichere Sicherheiten“ an Wert

Für Krypto bedeutet das viel – denn es ist strukturell gesehen ein liquiditätsabhängiger Markt – besonders jenseits von Bitcoin.

3) Die bisherigen Gewinner werden zu Zwangsverkäufern

Überlaufene Positionierungen lösen sich nicht sanft auf. Es kommt zu Liquidationen, Risk-Off-Strategien und plötzlich steigender Korrelation.

Daher kann es global zu einem Abverkauf quer durch Assetklassen kommen – selbst wenn die langfristige Story (z. B. „Wertverlust von Fiat-Geld“) weiterhin überzeugend klingt.

Warum Krypto schneller reagiert als andere Märkte

Krypto ist ein global zugänglicher 24/7-Risikomarkt mit eingebautem Leverage. Wenn sich der Makro-Wind dreht, reagiert der Kryptomarkt häufig schneller – mitunter sogar bevor TradFi-Märkte nachziehen.

So wirkt sich das Platzen einer „De-Dollarisierungs-Wette“ typischerweise im Kryptobereich aus:

Bitcoin: Die Erzählung vom „nicht-staatlichen Reserve-Asset“ auf dem Prüfstand

Bitcoin wird oft als „digitales Gold“ beschrieben, sein Verhalten variiert jedoch abhängig vom Marktregime:

  • In liquiden Phasen agiert es wie ein volatiles Risiko-Asset
  • In Vertrauenskrisen (z. B. Bankenstresstests, Kapitalverkehrskontrollen) gibt es punktuell Absicherungseffekte
  • In globalen Deleveraging-Phasen fällt Bitcoin oft mit dem Rest – allerdings nicht so stark wie hochvolatiler Altcoin-Beta

Scheitert die Anti-Dollar-Wette, kann auch Bitcoin verlieren – bleibt aber oft das Asset, zu dem Krypto-Investoren im Zweifel zurückkehren, weil es die höchste Liquidität und die einfachste Erzählung bietet.

Altcoins: Beta als Segen – bis es zum Fluch wird

Strengere Finanzierungsbedingungen führen oft dazu, dass Investoren:

  • Risiko in illiquide Altcoins reduzieren
  • Token ohne Erlösmodell hart abstrafen
  • Narrativen misstrauen, die stetige Kapitalzuflüsse benötigen

Wer auf ständig gute Stimmung angewiesen ist, steht bei Volatilitätsanstiegen am kürzeren Hebel – und diese gehen meist mit einem stärkeren Dollar einher.

Stablecoins: Die „Dollar-Schiene“, die niemand in De-Dollarisierungs-Diskussionen erwähnt

Ironie: Selbst die Basiseinheit der Krypto-Ökonomie ist fast immer ein USD-Stablecoin.

In Stressphasen gewinnen Stablecoins erneut an Bedeutung:

  • Händler tauschen risikobehaftete Tokens in Stablecoins
  • DeFi-User sichern sich „stabiles“ Collateral
  • On-Chain-Zinsen springen aufgrund höherer Liquiditätsnachfrage

Zum tieferen Verständnis von Stablecoins und Zahlungssystemen lohnt sich ein Blick auf die Forschungsarbeiten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

DeFi: Sicherheiten, Korrelationen und Liquidations-Kaskaden

DeFi ist zwar transparent, aber nicht immun gegen Reflexivität:

  • Sinkende Tokenpreise senken den Sicherheitenwert
  • Das löst Liquidationen aus
  • Diese drücken die Preise weiter
  • In der Panik steigen die Korrelationen Richtung 1

In Makrostressphasen ist DeFi-Risiko nicht gleich „Code-Risiko“, sondern Bilanzrisiko: Welche Assets als Collateral? Welche Exposure? Wie schnell kann liquidiert werden?

Die entscheidende Frage: Triffst du eine These oder eine Positionierungswette?

„De-Dollarisierung“ ist ein valides, langfristiges Konzept (Handelsabwicklung, Reservehaltung, geopolitische Blöcke). Wer fundierte Daten sucht, findet bei IWF-Studien zur Reservewährungszusammensetzung wertvollen Kontext.

Aber Märkte handeln den Weg, nicht nur das Ziel.

Stell dir daher folgende Fragen:

  • Steigt der Dollar in einem Quartal um 5–10 %: Was bricht zuerst in meinem Portfolio?
  • Steigen reale Renditen: Welche Token hängen vom billigen Kapital ab?
  • Dauert Risk-Off länger als gedacht: Bin ich zum Verkauf gezwungen (wegen Leverage, Krediten oder Liquiditätsbedarf)?

Frühzeitig zu sein ist kein Problem. Schlimm wird es, wenn alle dieselbe Richtung wählen – und gehebelte Positionen haben.

Ein praktischer „Krypto-Risikocheck“ für das Szenario starker Dollar

Wenn du dich auf das Szenario vorbereiten willst, in dem die Anti-Dollar-Wette kippt, konzentriere dich auf die Mechanik:

1) Versteckten Leverage reduzieren

Typische Fallen:

  • Perpetual-Futures mit engen Liquidationsspannen
  • Stablecoin-Kredite gegen volatile Sicherheiten
  • Konzentration in illiquiden Tokens, die in Stressphasen nicht verkäuflich sind

Wenn Leverage nötig ist, dosiere ihn wie ein Profi: Korrelationen steigen genau dann, wenn Liquidität fehlt.

2) Diversifiziere nach Qualität des Collaterals (nicht nur Token-Ticker)

In Drawdowns versagt Diversifikation, wenn alle Positionen dieselbe Wette sind.

Besser: Diversifiziere nach Verhalten des Collaterals:

  • Tiefe vs. lange Liquiditätsschwänze
  • Harte Sicherheiten vs. narrative Sicherheiten
  • Stetige Cashflows vs. reflexive Nachfrage

3) Halte „trockenes Pulver“ in der Währung, die der Markt tatsächlich nutzt

In Krypto: meist alles USD-basierte Stablecoins.

Das hat nichts mit Ideologie zu tun, sondern dient der Handlungsfähigkeit. In volatilen Abwärtsphasen ermöglicht Liquidität Käufe – oder schützt vor Notverkäufen.

4) Arbeite mit transparenten Indikatoren – nicht mit viralen Narrativen

Einige wertvolle Datenquellen:

  • Dollarindizes via FRED
  • US-Staatsanleihemärkte über TreasuryDirect
  • Zentralbankpolitik & globale Liquidität: Fed, BIZ

Du musst nicht jede Zahl vorhersagen, nur erkennen, wann das Regime wechselt.

Selbstverwahrung wird wichtiger, wenn Korrelationen auf 1 steigen

In Crashs kehrt das Kontrahentenrisiko zurück. Nicht, weil jede Plattform scheitert – sondern weil sich zeigt, wo du unbewusst auf Dritte vertraust: bei Wallets, Abhebungsbedingungen oder Serverzeiten.

Deshalb ist Selbstverwahrung mehr als ein Slogan – sie ist Risikomanagement.

Eine Hardwarewallet wie OneKey hält private Keys offline und schützt davor, dass Marktvolatilität zu Verwahrungsrisiko wird. Wer langfristig hodlt statt jeden Dip zu handeln, sollte Storage von Ausführung trennen: Das erhöht die Resilienz deiner Strategie.

Fazit: Die Märkte fürchten nicht die De-Dollarisierung – sie fürchten überfüllte Trades

De-Dollarisierung könnte langfristig Realität werden. Kurzfristig zählt jedoch etwas anderes:

  • Wenn alle dieselbe Position wählen, wird deren Auflösung zur Story.
  • Wenn der Markt Dollar braucht, fragt er niemanden um Erlaubnis.
  • Wenn Liquidität knapp wird, verstärkt Krypto Struktur sowohl Verluste als auch Chancen.

Positioniere dich ruhig gemäß einer Erzählung – aber manage dein Risiko gemäß der Positionierung. Genau das zählt, wenn „alle sich einig“ sind – und der Markt entscheidet, als Erster anderer Meinung zu sein.

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