Hyperliquid weist falsche Vorwürfe zurück: Zustand ist transparent und überprüfbar, schrittweise hin zur Dezentralisierung und vollständigem Open‑Source
Schlüssel-Ergebnisse
• Hyperliquid widerlegt die Vorwürfe einer Bilanzlücke von 362 Millionen US-Dollar.
• Der native USDC auf HyperEVM wird als entscheidend für die Solvenzberechnungen hervorgehoben.
• Hyperliquid plant eine schrittweise Dezentralisierung der Validatoren und die Veröffentlichung von Open-Source-Komponenten.
• Die Plattform bietet vollständige Transparenz durch ein on-chain Orderbuch und öffentliche Daten.
• Nutzer sollten aktiv Risikomanagement betreiben und Hardware-Wallets für Sicherheit nutzen.
Mit dem Aufschwung von On‑Chain-Derivaten in den Mainstream der Krypto-Welt rückt auch die Sicherheits- und Governance-Struktur dieser Protokolle in den Fokus – eine gesunde Entwicklung. Am 22. Dezember 2025 (UTC) reagierte Hyperliquid auf einen viral gegangenen „Reverse-Engineering“-Blog, der eine Reihe von Vorwürfen bezüglich Solvenz, Integrität und Transparenz erhob. In einer detaillierten öffentlichen Stellungnahme widerlegte das Team Punkt für Punkt die Anschuldigungen, betonte die on-chain Überprüfbarkeit des Plattformzustands, stellte einen Plan zur schrittweisen Dezentralisierung der Validatoren vor und bekräftigte die Absicht, Kernbestandteile open-source zu machen – sobald dies sicher möglich ist. Für Trader und Entwickler, die auf Hyperliquids L1 und HyperEVM setzen, folgen hier die entscheidenden Informationen – samt Anleitungen zur eigenständigen Überprüfung. (theblock.co)
Was die Kontroverse auslöste
Ein technischer Blogbeitrag, der sich rasch verbreitete, warf Hyperliquid unter anderem eine „Bilanzlücke“ von 362 Millionen US-Dollar, eine übermäßige Zentralisierung der Validatoren und intransparente Notfallbefugnisse vor. Bemerkenswerterweise strich der Autor später selbst die 362-Millionen-Anschuldigung durch, nachdem er erkannte, dass dabei das native USDC auf HyperEVM – welches parallel zur bisherigen Arbitrum-Bridge ausgegeben wird – nicht berücksichtigt worden war. Diese Unterscheidung ist zentral für das Verständnis der Solvenzberechnungen von Hyperliquid. (blog.can.ac)
Wichtige Klarstellungen von Hyperliquid – und wie man sie selbst prüft
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Die Behauptung „System ist unterbesichert“ ist falsch, wenn man auch das native USDC auf HyperEVM einbezieht. Öffentliche Daten zeigen, dass Hyperliquid sowohl USDC über die ursprüngliche Arbitrum-Bridge als auch über native Ausgabe auf HyperEVM führt. The Block berichtete, dass der USDC-Bestand auf Hyperliquid im Jahr 2025 auf ca. 4,9 Milliarden USD mehr als verdoppelt wurde, während Dashboards das starke Wachstum des nativen USDC auf HyperEVM transparent visualisieren. Schnell-Check: siehe The Block sowie eine Momentaufnahme von Drittanbieter‑Trackern.
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So überprüft man selbst USDC-Ströme:
- Arbitrum-Bridge-Verträge und Code: Hyperliquid dokumentiert und veröffentlicht die Schnittstelle und den Smart Contract der Bridge, sodass Ein- und Auszahlungen komplett nachvollziehbar sind. Einstieg: Bridge2‑Dokumentation und Quellcode
- Nativer USDC auf HyperEVM: Hyperliquid hat natives USDC auf HyperEVM eingeführt, das mittels Circles CCTP-Mechanismus 1:1 über Chain-Grenzen hinweg mintet und verbrennt. Hier finden sich Ankündigung und CCTP-Dokumentation.
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Transparenz von Zustand und Betrieb: Hyperliquid arbeitet mit einem vollständig on‑chain Orderbuch mit Sub-Sekunden-Finalität. Trades, Liquidationen und Funding-Vorgänge sind auf L1 transparnt und über APIs und Online-Explorer öffentlich einsehbar. Selbst Kritiker erkennen an, dass sich die Debatte um die Governance-Architektur dreht – nicht um die On‑Chain-Ausführung. Details im CoinDesk Protocol Newsletter.
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Governance, Validatoren und Dezentralisierung: Gegenüber der Kritik, Validatorenplätze seien „käuflich“ oder statisch, stellte die Hyper Foundation klar: Die Auswahl orientiert sich an Testnet-Leistung, Plätze sind nicht käuflich, und eine Expansion mitsamt Delegationsprogramm ist geplant – ein strukturierter Plan zur Dezentralisierung. Ja, der aktuelle Code ist nicht open-source, allerdings ist die Veröffentlichung vorgesehen, sobald ein sicherer Zeitpunkt kommt. Diese Punkte wurden mehrfach journalistisch aufgegriffen. (theblock.co)
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Notfallmaßnahmen und Risikokontrolle: Der kontroverse „JELLY-Vorfall“ am 26. März – bei dem Hyperliquid JELLY-Perps nach verdächtigen Aktivitäten delistete und betroffene Nutzer entschädigte – stellt ein Beispiel für die Spannung zwischen Dezentralität und Kriseneingriff dar. Entscheidungsweg und Ergebnisse sind öffentlich. Zur Nachlese: Cointelegraph-Bericht.
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ADL (Auto-Deleveraging) bleibt Forschungsfeld: Nach einem Marktbruch im Oktober diskutieren Entwickler und Forscher, ob gängige ADL-Mechaniken sinnvoll sind. Ein akademisches Preprint-Papier untersucht die trade-offs. Der Hyperliquid-Mitgründer betont, dass ADL Nutzer und den HLP symmetrisch behandle – kein versteckter Gewinnmechanismus. Studie und Antwort.
3-Minuten-Checkliste zur Eigenprüfung von Solvenz und Integrität
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Bridge-Flows nachvollziehen
- Prüfen Sie Ein- und Auszahlungen in den letzten Tagen per Arbitrum-Bridge-Vertrag und vergleichen Sie mit Ihrer Account-Historie. Interface und Code sind offen. (Bridge-Doku)
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Bestände an nativem USDC prüfen
- Prüfen Sie das ausstehende native USDC auf HyperEVM – verstehen Sie, dass dies parallel zur Migration von der Arbitrum-Route läuft. (usdc.cool)
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Dokumentation und Vorfallberichte lesen
- Verstehen Sie HyperCores Zusammenspiel mit HyperEVM, sowie Vault-Mechanismen und API-Verhalten im Detail. Post‑Mortems helfen beim Verständnis von Systemverhalten unter Stress. (Docs lesen)
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Signale zu Dezentralisierung verfolgen
- Validatormeldungen, Delegationsprogramme, geplante Codeveröffentlichungen und jüngste Governance-Entscheide (z. B. zur Behandlung von Assistance Fund Supply) geben Hinweise zur Entwicklung. (Cointelegraph-Artikel)
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ADL & Liquidationsrisiko abwägen
- Lesen Sie aktuelle Studien zu ADL und technische Antworten – bevor man hohe Leverage nutzt, sollte man Haareschnitte und Solvenzrisiken verstehen. (arxiv.org)
Warum die „362 Mio $-Lücke“ haltlos war
Die angebliche Lücke entstand, weil nur Arbitrum-Bridge-Bestände berücksichtigt wurden – das native USDC auf HyperEVM blieb außen vor. Wie der Forscher später selbst einräumte, erklärt die native USDC-Ausgabe via CCTP die Differenz. Die umfassenden Daten zeigen ein stark wachsendes USDC-Volumen bei Hyperliquid im Jahr 2025, insbesondere durch native EVM-Ausgabe im vierten Quartal. Der richtige Abgleich involviert beide Ebenen. (blog.can.ac)
So sieht progressive Dezentralisierung hier aus
Hyperliquid verfolgt einen Weg, den viele leistungsstarke Chains eingeschlagen haben: Stabilisierung des Systems, Härtung des Codes, anschließend Diversifikation bei Validatoren und Open‑Sourcing. Die Hyper Foundation beschreibt öffentlich:
- Leistungsbasierte Validatorausswahl mit geplanter Erweiterung,
- Delegationsprogramm zur Streuung des Stakes,
- Open‑Source-Absicht, sobald sicher möglich.
Das beendet nicht die Debatte – aber es schafft messbare Meilensteine für die Community. (theblock.co)
Für Nutzer: Praktisches Risikomanagement
- Nur aktiv genutzte Margin auf der Plattform halten; langfristige Anlagen selbst verwahren.
- Bevorzugen Sie native USDC-Transfers, prüfen Sie Token-Adressen und verstehen Sie Circle’s CCTP. (Circle Docs)
- Governance- und Validatoren-Ankündigungen sowie Liquidationsregeln aufmerksam verfolgen – sie wirken sich direkt auf Extremrisiken aus. (theblock.co)
- Nutzen Sie nur vertrauenswürdige Frontends, prüfen Sie URLs – besonders bei hoher Marktvolatilität. Fake-Seiten imitieren große DeFi-Frontends. (pcrisk.com)
Für Entwickler: Hinweise zur Integration und Composability
- HyperEVM unterstützt jetzt natives USDC über HyperCore und HyperEVM hinweg – erleichtert die Cross-Chain-Einbindung und reduziert die Abhängigkeit von Dritt-Bridges. Hinweise zur Migration und Circle-Doku beachten. (chaincatcher.com)
- Wenn Sie Risiko-Tools oder Analytics betreiben, berücksichtigen Sie sowohl Arbitrum-Brücke als auch HyperEVM-Flows, um kein Volumen oder Guthaben zu übersehen. (theblock.co)
Unser Fazit
- Die gravierendste Solvenz-Vermutung brach zusammen, sobald das native USDC berücksichtigt wurde.
- Die dringenderen Fragen – Vielfalt bei Validatoren, Eingriffsrechte, Zeitpunkt für Open‑Source – bleiben offen und verdienen kritischere Beobachtung seitens der Community.
- Nutzer sollten Hyperliquid als „on‑chain, überprüfbar, mit sich entwickelnder Governance“ betrachten – Leverage und Gegenpartei-Risiken entsprechend einordnen. (blog.can.ac)
Sollten On‑Chain-Trader eine Hardware-Wallet nutzen?
Ja – insbesondere bei hoher Volatilität oder Unsicherheit. Eine Hardware-Wallet wie OneKey ermöglicht es, Schlüssel offline zu halten und dennoch mit DeFi-Frontends zu interagieren, Orders zu signieren und Collateral auf HyperEVM zu managen. Das senkt Phishing- und Malware-Risiken und erleichtert eine klare Trennung zwischen „Hot“ und „Cold“ Assets: Aktive Margin nur online, alles andere offline. Aktive Trader sollten eine Hardware-Wallet mit einer separaten Hot-Wallet für Ein- und Auszahlungen kombinieren – so bleibt das Signing-Gerät auch bei Marktchaos unter eigener Kontrolle.
Weitere Quellen und Referenzen (siehe oben):
- USDC-Bestand und Hyperliquids Wachstum im Jahr 2025: The Block Datenanalyse + native USDC-Snapshot von HyperEVM.



