Kann IBIT wirklich eine marktweite Liquidationskaskade auslösen?

9. Feb. 2026

Kann IBIT wirklich eine marktweite Liquidationskaskade auslösen?

Wenn sich Kryptomärkte heftig bewegen, verbreiten sich Erzählungen noch schneller. Nach dem scharfen Rückgang von Bitcoin am 5. Februar 2026 und der fast $10.000-Erholung am 6. Februar 2026 tauchte eine altbekannte Frage erneut auf: „Wer (oder was) hat das verursacht?“ (ft.com)

Ein Name stand dabei schnell im Fokus: IBIT, der iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock – heute eine der liquidesten „Spot-Bitcoin-ETF“-Anlagen weltweit. (blackrock.com)

Jeff Park, Berater bei Bitwise und CIO von ProCap, argumentiert, dass der Zusammenhang zwischen derartigen Kursschwankungen und der Infrastruktur von Spot-Bitcoin-ETFs enger ist, als viele denken – und dass die entscheidenden Hinweise nicht auf der Blockchain, sondern im Zusammenspiel von ETFs, Optionen und Prime Brokerage zu finden sind. (odaily.news)

Also: Kann IBIT eine marktweite Liquidation entfachen? Eine präzisere Antwort wäre: IBIT ist selten der Auslöser – aber kann sehr wohl als starker Beschleuniger wirken, besonders in Phasen des Entschuldens.


Was ist am 5.–6. Februar 2026 wirklich passiert (und warum alle auf IBIT schauten)

Am 5. Februar 2026 fiel Bitcoin unter $65.000, ausgelöst durch allgemeine Risikoaversion und die Auflösung stark gehebelter Positionen, was auch Kryptowertpapiere belastete. (ft.com)
Am 6. Februar 2026 folgte eine markante Erholung (ein Kursanstieg von rund 11 % laut Marktanalysen), was dem Muster „Zwangsliquidation gefolgt von Rebound“ entspricht, das viele Trader aus früheren Kaskaden kennen. (barrons.com)

IBIT rückte aus zwei Gründen in den Mittelpunkt:

  1. Größe: Am 5. Februar 2026 lag das Nettovermögen von IBIT bei etwa $48,85 Mrd. – genug, dass die Marktstruktur hinter dem ETF eine Rolle spielt. (blackrock.com)
  2. Transparenz bei Flows und Absicherungen: Die Erstellung und Rücknahme von ETF-Anteilen sowie börsengehandelte Optionen ermöglichen transparente Einblicke, sodass sich der Markt schnell auf ETF-Aktivitäten als Erklärung fokussiert.

Laut Daten von Farside Investors gab es am 5. Februar 2026 Nettoabflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs von insgesamt etwa –$434,1 Mio., während es am 6. Februar starke Nettozuflüsse von rund +$330,7 Mio. gab – wobei IBIT maßgeblich zu beiden Beiträgen leistete. (farside.co.uk)


IBIT löst keine Liquidationen direkt aus – aber kann Spannung indirekt verstärken

Ein weitverbreiteter Irrtum: Ein ETF wird nicht wie ein gehebelter Trader zwangsweise liquidiert. Anleger können ETF-Anteile verkaufen – das ist aber kein automatisierter Liquidationsmechanismus.

Woher also die Angst vor einer „Liquidationskaskade“? Sie entspringt dem Verhalten der Marktteilnehmer um IBIT herum – insbesondere Institutionen, Market Maker und Derivatehändler.

1) Verkäufe am Sekundärmarkt können Absicherungs-Dynamiken auslösen

Wenn IBIT stark fällt, passen Market Maker und Liquiditätsanbieter ihre Risiken an:

  • Durch Delta-Hedging kann es zu zusätzlichen Verkäufen von IBIT-Anteilen oder verwandten Produkten kommen.
  • Wenn die Optionsstruktur short Gamma ist (wo Hedger bei fallenden Kursen weiterverkaufen müssen), wird der Abwärtsdruck noch verstärkt.

Jeff Park erklärte laut Odaily, dass ETFs wie IBIT zur Übertragungsmechanik für Risikoabbau im traditionellen Finanzmarkt werden – selbst wenn sich an den Krypto-Fundamentaldaten nichts geändert hat. (odaily.news)

2) IBIT-Optionen entwickeln sich zur institutionellen Volatilitäts-Infrastruktur

Ab Ende 2025 gewannen IBIT-Optionen stark an Bedeutung.

Die Nasdaq ISE beantragte, das Positionslimit für IBIT-Optionen von 250.000 auf 1.000.000 Kontrakte zu erhöhen – die SEC veröffentlichte entsprechende Mitteilungen und Fristen zur Prüfung des Antrags (Akte SR-ISE-2025-26). (sec.gov)

Auch wenn die neue Grenze noch nicht genehmigt ist, ist die Richtung klar: mehr Spielraum für institutionelle Volatilitätsstrategien. Das schafft zwar keine Hebelwirkung aus dem Nichts, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass übergreifende Absicherungsmechanismen den Spotpreis beeinflussen.

Wer wissen will, warum sich manche Verkäufe „mechanisch“ anfühlen, sollte genau hier hinschauen.

3) ETF-Mechanismen für Erstellung / Rücknahme bündeln reale Spot-Transaktionen

Frühe Bitcoin-ETFs konnten Anteile nur gegen Barmittel erstellen oder zurückgeben – das führte oft zu konzentrierten Käufen / Verkäufen zu bestimmten Handelszeiten.

Im Juli 2025 erlaubte die SEC "in-kind"-Erstellungen und -Rücknahmen bei Krypto-ETPs – also die Einbringung bzw. Entnahme von Bitcoin anstelle von Bargeld, analog zu Rohstoff-ETFs. (sec.gov)

Das beeinflusst, wie und wann Bitcoin tatsächlich transferiert wird – und verändert die Marktmechanik nachhaltig. Genau deshalb taucht dieses Thema inzwischen regelmäßig in Analysen von Kurseinbrüchen auf.


Also: Kann IBIT eine vollständige Krypto-Liquidation auslösen?

Nicht allein. Die meisten Kaskaden werden weiterhin durch klassische Risikofaktoren losgetreten:

  • übermäßige Hebelung in Perpetuals und Optionen
  • geringe Liquidität am Wochenende
  • gleichzeitige Risikoaversion über Aktien / Zinsen / Währungen hinweg
  • Zwangsabbau bei Prime Brokern

Was IBIT jedoch tun kann, ist eine vorhandene Kaskade schneller und breiter auszuweiten – da der ETF an der Schnittstelle folgender Marktbereiche sitzt:

  • Risikomanagementsysteme traditioneller Finanzinstitute
  • ETF-Market-Making
  • Optionsabsicherungen
  • Cross-Asset-Korrelationen

Deshalb wird IBIT oft als Sündenbock herangezogen – obwohl das eigentliche Bild ein multimarktausgelöster Deleveraging-Prozess ist.


Praxis-Checkliste: Diese Signale sind bei der nächsten Volatilität zu beachten

Wenn du bewerten willst, ob ein Rückgang zu einer Kaskade wird, beobachte verschiedene Faktoren gemeinsam – darunter:

  1. Tägliche Zuflüsse / Abflüsse bei Spot-Bitcoin-ETFs
    Ein schneller Wechsel von Zufluss zu Abfluss (oder umgekehrt) kann auf Positionsdruck hinweisen.
    Quelle: Farside Investors Bitcoin ETF Flow Dashboard

  2. IBIT-Optionsaktivität und Entwicklungen bei Positionslimits
    Halte Ausschau nach Regeländerungen und hohen offenen Positionen an Schlüsselmarken – vor allem vor großen Makroereignissen.
    Quelle: SEC-Akte SR-ISE-2025-26

  3. Korrelation mit US-Risikoanlagen
    Wenn Bitcoin wie ein hoch-beta-Macro-Asset reagiert, können Zwangsverkäufe bei Aktien auf BTC übergreifen.

  4. Derivat-bezogene Stressindikatoren
    Extreme Finanzierungsraten, abrupte Rückgänge beim Open Interest oder starke Schwankungen der impliziten Volatilität sind oft frühe Warnzeichen.


Hinweis zur Selbstverwahrung bei marktstrukturgetriebener Volatilität

Eine wichtige Erkenntnis aus dem ETF-Zeitalter: Preisschwankungen bei Krypto werden zunehmend von Off-Chain-Faktoren beeinflusst, etwa Option-Hedging, systematischem Risikoabbau oder ETF-Liquidität – und nicht unbedingt von On-Chain-Aktivitäten.

Das macht eine einfache Vorsichtsmaßnahme besonders wertvoll: Trenne langfristige Bestände von Handelskapital.

Wer Bitcoin oder andere Assets langfristig hält und volatile Phasen überstehen will, ist mit einer Hardware-Wallet wie OneKey besser geschützt. Sie hält private Keys offline und schützt so vor Exchange-Risiken in hektischen Phasen – während du jederzeit selbst entscheiden kannst, ob du Assets ins Trading oder DeFi bewegen willst.


Fazit

IBIT ist kaum der „Übeltäter“, der den gesamten Kryptomarkt einstürzen lässt. Doch im Jahr 2026 ist IBIT auch längst mehr als nur ein ETF.

IBIT ist mittlerweile tief in einem institutionellen Ökosystem verankert – mit Spot-BTC-ETF-Liquidität, IBIT-Optionen und TradFi-Risikostrukturen – das die Volatilität verstärken kann, sobald ein Entschuldungsprozess einsetzt. Dieses Marktverständnis gehört zur neuen Grundalphabetisierung im Kryptosektor – genauso wie das richtige Monitoring der Signalgeber.

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