Neben Selbstzweifeln – worüber denkt Vitalik sonst noch nach?

5. Feb. 2026

Neben Selbstzweifeln – worüber denkt Vitalik sonst noch nach?

In der heutigen Kryptolandschaft ist es zunehmend schwer, die Grenze zwischen „Technologie“ und bloßem finanziellen Spektakel zu erkennen. Doch Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin bleibt einer der wenigen öffentlichen Figuren, die Blockchain weiterhin als Ingenieursdisziplin begreifen – als etwas, das nachweisbarer, privater, zensurresistenter und letztlich nützlicher werden soll, anstatt nur eine Preisgrafik zu liefern.

Bemerkenswert ist dabei nicht nur, was er sagt, sondern wie konsequent er es sagt. Seit 2025 – besonders nachdem Ethereum bedeutende Upgrades veröffentlichte und der Sektor sich immer stärker auf kurzfristige Narrative konzentrierte – sind Vitaliks öffentliche Essays und Threads merklich umfassender und tiefgründiger geworden. Betrachtet man seine Beiträge im Gesamten, zeigt sich ein Muster: Er „verteidigt“ Ethereum nicht nur – er testet die grundlegenden Annahmen auf Belastbarkeit, die Ethereum bis hierher getragen haben, und fragt, was sich ändern muss, damit Krypto seinen großen Versprechen wirklich gerecht wird.

Im Folgenden findest du eine strukturierte Übersicht der Themen, die ihn immer wieder beschäftigen – von Skalierung und Datenschutz über Identität bis hin zu selbstbestimmtem Rechnen – und warum diese Punkte 2026 für Entwickler und Nutzer gleichermaßen entscheidend sind.


1) Skalierung geht nicht primär um Gebühren – sondern um Sicherheitsgarantien

Jahrelang war die gängige Erklärung für Ethereum-Skalierung: „Layer-2 macht Transaktionen billiger.“ Vitaliks Sichtweise 2025–2026 ist präziser: Skalierung zählt nur insoweit, wie sie Blockspace schafft, der Ethereums glaubwürdige Neutralität erbt – also valide Transaktionen ohne Erlaubnis und ohne Vertrauen in eine kleine Instanz gültig verarbeitet werden können.

Zwei technische Kernpunkte tauchen immer wieder auf:

  • Ethereum L1 muss weiterhin skalieren (mit Bedacht). Im Februar 2025 argumentierte Vitalik, dass selbst in einer L2-dominierten Zukunft höhere Gas-Limits auf L1 langfristig wichtig sind – für Zensurresistenz, Cross-L2-Assets und „Massen-Exits“ im Krisenfall. Details dazu in seinem Essay „Why higher L1 gas limits matter even in a rollup-heavy Ethereum“ (Link).

  • „Rollup-zentriert“ heißt nicht automatisch „vertrauensminimiert“. Schon im Februar 2026 hinterfragte Vitalik öffentlich, ob das ursprüngliche Modell „L2s als markenspezifische Shards“ noch sinnvoll ist – angesichts stagnierender Fortschritte vieler L2s in Richtung echter Dezentralisierung (Link).

Es geht dabei nicht um eine Absage an L2s – sondern um die Aufforderung, „Offchain-Transaktionen“ nicht pauschal mit „Ethereum wurde skaliert“ gleichzusetzen.

Der praktische Nutzer-Impuls:

2026 sollten sich Nutzer zunehmend fragen: Wem oder was vertraue ich hier konkret? Ist es wirklich ein „sicheres L2“, oder: Wie upgradefähig ist es? Wer kann eingreifen? Wer kann zensieren? Was passiert im Notfall?

Hilfreiche Orientierung bietet das L2-Maturitätsstufenmodell von L2BEAT (Link), das „Stützräder“ in der L2-Entwicklung transparent macht. Vitalik hat dazu auch einen quantitativen Ansatz beigesteuert: „The math of when stage 1 and stage 2 make sense“ (Link).


2) Pectra-Upgrade (Mai 2025) macht „Wallets als Software“ zur Priorität

Das Ethereum-Upgrade Pectra wurde am 7. Mai 2025 aktiviert (Blogbeitrag; Übersicht auf ethereum.org: Link). Unter den zahlreichen Änderungen sticht eine besonders für Alltagsnutzer heraus:

  • EIP-7702 eröffnet den Weg, extern verwaltete Accounts (EOA) mit programmierbarem Verhalten auszustatten – als Zwischenschritt zu besserer Account-Abstraktion (Link).

Warum ist Vitalik das so wichtig? Weil Selbstverwahrung in der Praxis oft noch bedeutet: „Merk dir deine Seed Phrase – und mach niemals einen Fehler“. Solange das so bleibt, werden viele Nutzer auf zentralisierte Anbieter und „Web2.5-Wallets“ ausweichen – was dem Blockchain-Grundsatz der individuellen Verifizierung zuwiderläuft.

Kurz gesagt: Wallet-UX ist nun gleichbedeutend mit Protokoll-UX.


3) Vereinfachung des Protokolls als Antwort auf zunehmende Komplexität

Ein Gründer, der „nur Marketing“ betreibt, veröffentlicht keine Essays mit dem Titel „Simplifying the L1“. Vitalik tat genau das – am 3. Mai 2025 (Link).

Zwei Kernbotschaften ziehen sich durch:

  • Konsens-Mechanismen sollten einfacher, nicht opulenter werden. Kürzere Finalität, klarere Designs, weniger bewegliche Teile – all das sind Ansatzpunkte in seinem Denkanstoß.

  • Komplexität in der Ausführung ist echte technische Schulden. Vitalik kritisiert offen die über Jahre entstandene Komplexität der EVM und bringt langfristige, tiefgreifende Alternativen ins Spiel – etwa neue virtuelle Maschinen – statt endloser Minimalfortschritte.

Das ist der oft beobachtete „Selbstzweifel“ – aber kein Selbstzweck. Es ist ein technisches Grundprinzip: Wird Ethereum zu kompliziert, um es ganz zu erfassen, dann wird „Verifikation“ zur Show – und mit ihr „Dezentralisierung“.


4) Datenschutz ist keine Option – sondern Voraussetzung für Freiheit (und Sicherheit)

Vitaliks Beiträge zum Datenschutz 2025 drehen sich weniger um „privat = Feature“, sondern mehr um: Privatsphäre als zivilisatorische Norm.

Ein zentrales Essay ist „Why I support privacy“ vom 14. April 2025 (Link). Es bewegt sich auf gesellschaftlicher Ebene, hat aber klare technische Konsequenzen:

  • Wenn jede Transaktion, jeder Kontostand, jedes Beziehungsnetz und jede ID öffentlich sichtbar ist, dann verwandelt sich finanzielle Selbstbestimmung in permanente Überwachung – durch Konzerne, Staaten oder jeden, der für Analysesoftware zahlt.

Und das führt zurück zum Wallet-Design: Datenschutz beginnt nicht nur bei Mixern oder komplexer Kryptografie – sondern oft bereits bei simplen Standards, z. B. Adresswiederverwendung vermeiden oder Kontexte trennen. Detailliert untersucht in „What I would love to see in a wallet“ (Link).


5) ZK-Identität: „ZK-verpackt“ heißt nicht „risikofrei“

Mit dem Reifegrad von Zero-Knowledge-Technologie machte sich ein Narrativ breit: „Einfach ZK drauf und ID ist sicher.“ Vitalik widersprach.

In „Does digital ID have risks even if it’s ZK-wrapped?“ vom 28. Juni 2025 (Link) argumentiert er, dass selbst perfekte Datenschutznachweise nicht befreien von:

  • extremen Einzelfällen und Ausschlüssen,
  • Fehlern oder Kompromittierung des Ausstellers,
  • strategischen Angriffen auf „eine Person = eine ID“-Systeme,
  • und Governance-Problemen, die nichts mit Kryptografie zu tun haben.

2026 ist das besonders aktuell, denn Onchain-Identitäten wachsen stetig – etwa für Airdrops, Proof-of-Personhood, Reputation oder Zugangskontrollen. Vitaliks Botschaft: Verwechsle kryptografischen Schutz nicht mit sozialer Sicherheit.


6) „Self-sovereign Computing“ als Brücke von Krypto zur realen Welt

Ein feiner Wandel im Jahr 2026: Vitalik beschreibt Ethereum zunehmend nicht bloß als Finanznetzwerk, sondern als Teil einer breiteren Bewegung für nutzerkontrolliertes Rechnen – weg von zentralen Gatekeepern im Messaging, bei Dokumenten, Software oder Hosting.

Dieses Thema wurde im Januar 2026 unter dem Begriff „Computing Self-Sovereignty“ diskutiert, zusammengefasst etwa in dieser Branchenanalyse. Auch wenn nicht jedes genannte Tool durchstartet, die strategische Linie bleibt klar:

Wenn Krypto es nicht schafft, Nutzern zu helfen, Schlüssel zu kontrollieren, Systeme zu prüfen und Privatsphäre im Alltag zu wahren, wird es zu einem Nischen-Finanzspiel – egal, wie hoch die Marktkapitalisierung ist.


Was bedeutet das für Nutzer im Jahr 2026? Eine einfache Checkliste

Wer Vitaliks Denkweg 2025–2026 auf Nutzergewohnheiten herunterbricht, landet bei:

  1. Bevorzuge Systeme, die du prüfen kannst (oder die in diese Richtung streben). Verwalter mit beliebigem Zutritt („Trust me“) sind echte Risiken, keine Fußnoten. Nutze offene Bewertungsrahmen wie die L2BEAT-Stufenübersicht (Link).

  2. Gehe davon aus, dass Datenschutz-Lecks Standardfehler sind. Entwickle Gewohnheiten wie getrennte Konten, keine Adress-Wiederverwendung, und nutze Wallets mit Datenschutzfreundlicher UX.

  3. Setze auf Sicherheits-Mechanismen statt bloß „bessere Passwörter“. Social Recovery, Transaktions-Bündelung und sicherere Signaturprozesse sind keine Spielereien, sondern Überlebensnotwendigkeit – ermöglicht durch Upgrades wie Pectra (Link) und Vorschläge wie EIP-7702 (Link).


Wo OneKey ins Spiel kommt (wenn „Selbstsouveränität“ mehr als ein Slogan ist)

Sollte die Branche tatsächlich zurückkehren zu Selbstprüfung und Selbstverwahrung, dann wird Schlüssel-Sicherheit zur Grundlage – nicht zur Nebensache.

Eine Hardware-Wallet wie OneKey ist genau dafür gebaut: private Schlüssel bleiben komplett offline, der Code ist offen und verifizierbar, und Nutzer können Onchain-Systeme verwenden, ohne dass ein Fehlklick zur Katastrophe führt.

Vitaliks jüngster Fokus auf Selbstsouveränität bringt es auf den Punkt: Man kann nicht ernsthaft über Vertrauensminimierung sprechen, während man Multimillionen-Transaktionen auf einem daueronline Gerät signiert.

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Krypto-Klarheit – Eine Anruf entfernt.