Neueste Regelung durch Chinas Zentralbank und sieben weitere Behörden: Fokus auf Risiken tokenisierter Realwelt-Vermögenswerte (RWA)
Neueste Regelung durch Chinas Zentralbank und sieben weitere Behörden: Fokus auf Risiken tokenisierter Realwelt-Vermögenswerte (RWA)
Hintergrund: Bekanntmachung acht zentraler Behörden, bekanntes Regelwerk – mit neuen Schwerpunkten
Am 6. Februar 2026 haben die chinesische Zentralbank (PBoC) sowie sieben weitere zentrale Regierungsbehörden gemeinsam die Bekanntmachung 《中国人民银行 国家发展改革委 工业和信息化部 公安部 市场监管总局 金融监管总局 中国证监会 国家外汇局关于进一步防范和处置虚拟货币等相关风险的通知(银发〔2026〕42号)》 veröffentlicht.
Wie aus der Zusammenfassung hervorgeht, die von Xinhua über China News Service verbreitet wurde, bleibt die grundsätzliche Haltung der Regulierer unverändert: Aktivitäten im Zusammenhang mit virtuellen Währungen gelten in Festlandchina weiterhin als illegale Finanzgeschäfte und sind strikt untersagt. Neu ist allerdings, dass das Dokument die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA – Real World Asset Tokenization) explizit in den Fokus der Risikoüberwachung stellt, und zwar neben einer klareren Sprache zu an den Renminbi (RMB) gekoppelten Stablecoins und grenzüberschreitenden Transaktionen. Nachzulesen hier: Acht Behörden veröffentlichen gemeinsame Mitteilung zum Umgang mit Risiken durch virtuelle Währungen
Diese Neuerung ist deshalb bemerkenswert, weil im Jahr 2025 die Tokenisierung realer Vermögenswerte weltweit zu einem zentralen Thema wurde – weg von Experimenten der Krypto-Szene hin zu institutionellen Diskussionen über tokenisierte Fonds, Anleihen oder Settlement-Infrastruktur. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat Tokenisierung mehrfach als möglichen Baustein eines modernen Finanzsystems dargestellt – allerdings unter strengerer regulatorischer Aufsicht als offene Token-Emissionen für Endnutzer. Siehe dazu: Jahresbericht 2025 der BIZ, Kapitel III
Was konkret reguliert wird: Altbekannte Themen bleiben die Basis
Obwohl Themen wie RWA, Stablecoins und On-Chain-Fonds im Markt neu diskutiert werden, bleibt der Kern der Bekanntmachung den bisherigen Grundsätzen treu: Fokus liegt weiterhin auf spekulativen Handelsaktivitäten, Umtausch- und Konvertierungsdiensten, ICOs und Token-basierten Finanzierungen sowie auf plattformgetriebenen Vermittlungsmodellen – insbesondere, wenn diese systemische Risiken, Betrugsgefahr oder illegale Kapitalabflüsse erzeugen.
Ein Artikel der Financial Times China, veröffentlicht über Sina Finance, beschreibt die Bekanntmachung als Fortsetzung und Konkretisierung bestehender Regelungen, wobei ganz klar präzisiert wird, welche Punkte nun verstärkt überwacht werden. Quellen: Regulierung virtueller Währungen: ab sofort in Kraft
Für Entwickler und Nutzer lässt sich daraus folgendes ableiten: Ein Geschäftsmodell, das auf Emission + Vermarktung + Handel + Schaffung von Liquidität basiert, bewegt sich im besonders risikobehafteten Bereich.
Neuer Kernpunkt: RWA-Tokenisierung nun ausdrücklich im Festland verboten
Warum sich die Aufsicht jetzt auf RWA konzentriert
Die Tokenisierung realer Vermögenswerte verfolgt nach eigener Darstellung das Ziel, physische oder finanzielle Vermögenswerte wie Immobilien, Forderungen, Rohstoffe, CO2-Zertifikate, Lieferkettenforderungen oder Fondsanteile auf die Blockchain zu bringen. In einem regulierten Finanzmarkt kann die Tokenisierung als technologische Verbesserung für Abwicklung, Programmierbarkeit und Transparenz gesehen werden.
In offenen und unregulierten Kryptoumgebungen verwandeln sich „RWA-Token“ jedoch schnell in Quasi-Wertpapiere, verdeckte Finanzierungen oder Produkte mit garantierten Renditeversprechen – also genau jene Konstrukte, bei denen es in der Vergangenheit häufig zu Betrugsfällen und Verlusten kam.
Auch die BIZ sieht in Tokenisierung zwar ein Potenzial für Transformation, betont aber gleichzeitig die Notwendigkeit solider Geldbasis, klarer Governance und Integrität. Siehe dazu: BIZ-Rede: “Tokenisation for the real world” (Februar 2024)
Was die Bekanntmachung konkret festhält
Laut Xinhua / China News Service gilt nun Folgendes:
- RWA-Tokenisierung ist im chinesischen Festland vollständig verboten, inklusive jeglicher IT- oder Informationsdienstleistungen, die im Zusammenhang mit solchen Tokenisierungsprozessen stehen.
- Ausländische Unternehmen oder Personen dürfen keine RWA-bezogenen Dienste an chinesische Benutzer im Festland anbieten.
- Kein Unternehmen oder Individuum darf ein solches Geschäft im Ausland betreiben, ohne vorherige Genehmigung oder Registrierung.
Quelle: Pressebericht von China News Service
Praxisfolgen für Projekte
Für Entwickler bedeutet das: “RWA” ist nicht mehr nur ein Marketingbegriff, sondern befindet sich nun klar auf der Verbotsliste. Dies betrifft:
- Die Emission und Aufnahme von RWA-Tokens in den Handel
- Modellkonzepte wie “Token als Schuldschein” oder ähnlich strukturierte Produkte für Endkunden
- Jede Plattform oder Dienstleistung, die Tools für RWA-Tokenisierung, Promotion oder Matchmaking gegenüber Nutzern im chinesischen Festland anbietet
Stablecoins: RMB-gebundene Emissionen unter besonderer Beobachtung
Die Xinhua-Zusammenfassung unterstreicht zudem: Ohne entsprechende Genehmigung darf kein Akteur Stablecoins mit RMB-Bindung im Ausland emittieren, ebenso wenig dürfen chinesische Unternehmen oder deren ausländisch kontrollierte Ableger virtuelle Währungen im Ausland herausgeben.
Das reiht sich in einen globalen Trend ein: Stablecoins werden zunehmend als Zahlungsmittel und Abwicklungsinstrumente betrachtet – nicht mehr bloß als „weitere Kryptowährung“. Entsprechend steht regulatorisch der Fokus auf Rücktauschfähigkeit, Deckungsqualität der Reserven, Vermeidung von Geldwäscherei (AML), Betriebsresilienz und Governance.
Zum internationalen Vergleich: FSB-Empfehlungen zur Regulierung globaler Stablecoins
Realität 2025–2026: Tokenisierung steigt weltweit – aber die Emission öffentlicher Tokens bleibt die rote Linie
Ein Grund für den Popularitätsanstieg der RWA-Debatte 2025 war die zunehmende Auseinandersetzung mit Tokenisierung als Infrastrukturlösung innerhalb traditioneller Finanzmärkte. Themen wie Effizienzgewinne, bessere Abwicklung und Automatisierbarkeit stehen im Vordergrund – begleitet von Warnhinweisen zu Fragmentierung, Liquiditätsengpässen und Governance-Risiken. Weitere Perspektiven: World Economic Forum: “Asset Tokenization in Financial Markets”
Für China bleibt die regulatorische Linie jedoch eindeutig: Technologische Experimente rechtfertigen keine freie Token-Emission, öffentlichen Handel oder spekulativen Vertrieb, insbesondere wenn Versprechen wie „garantierte Rendite“, „Vermögenswert-Deckung“ oder grenzüberschreitende Geldströme involviert sind.
Was Nutzer tun sollten: Aufmerksamkeit + Sicherheitsbewusstsein
1) Frühzeitig Warnsignale bei „RWA-Token“ erkennen
Vorsicht ist geboten bei folgenden Mustern:
- “RWA” wird in Verbindung mit Fixzinsversprechen, Kapitalgarantie oder gesicherten Erträgen angeboten
- Tokenverkäufe werden mit Begriffen wie “Anteil”, “Zertifikat”, “Zeichnung”, “digitales Vermögen” beworben
- Referenzen auf eine angebliche ausländische Lizenz zur Vertrauensbildung
- Aufforderung zur Geldüberweisung an private Wallets, OTC-Gruppen in sozialen Medien oder inoffizielle “Partner”
2) Wissen, dass AML-Regeln weltweit verschärft werden
Unabhängig von China ziehen weltweit die regulatorischen Anforderungen zur Verhinderung von Geldwäsche im Bereich virtueller Vermögenswerte an – insbesondere bei Stablecoins und grenzüberschreitenden Transaktionen. Siehe: FATF-Update zur Umsetzung der VASP-Standards (2025)
3) Verwahreigentum (Self-Custody) ist kein Freifahrtschein zur Compliance
Eigene Verwahrung (z. B. über Hardware Wallets) erhöht zwar Sicherheit und Kontrolle über eigene Token, ersetzt aber nicht regulatorische Einhaltung.
Aus sicherheitstechnischer Sicht schützt eine Hardware Wallet deine Schlüssel effektiv vor Phishing und Systemkompromittierungen. Für Nutzer, die Krypto rechtskonform in ihrem jeweiligen Land halten, bietet z. B. OneKey eine zuverlässige Self-Custody-Lösung zur Offline-Aufbewahrung und Transaktionssignatur.
Fazit
Die Bekanntmachung vom 6. Februar 2026 ändert nicht die Richtung von Chinas Krypto-Politik – sie bekräftigt sie. Der entscheidende neue Punkt: RWA-Tokenisierung und RMB-pegged Stablecoins stehen nun eindeutig im regulatorischen Visier und zählen damit künftig zu den sensibelsten Risikofeldern in Festlandchina.
Für Entwickler bedeutet dies: Tokenisierung + Vertrieb + Handel von RWA-Tokens sollte in Zusammenhang mit China strikt unterlassen werden. Für Nutzer gilt: Hände weg von Produkten, die RWA-Renditen versprechen, wachsam bleiben gegenüber Betrugsmustern – und Sicherheit (besonders bei privaten Schlüsseln) ernst nehmen.



