Tethers zwei Gesichter: USAt, der regulierte Zwilling, und USDt’s Offshore-Imperium

28. Jan. 2026

Tethers zwei Gesichter: USAt, der regulierte Zwilling, und USDt’s Offshore-Imperium

Stablecoins sollten ursprünglich langweilig sein. Doch ausgerechnet das „stabilste“ Asset im Krypto-Sektor war von Anfang an ein Paradox: Der Standard-Dollar der Branche ist kein Dollar mit einem echten Pass.

Seit über einem Jahrzehnt fungiert Tethers USDt (auch bekannt als USDT) als faktisches Abwicklungsmedium der Kryptowirtschaft – er versorgt Börsen mit Liquidität, erleichtert grenzüberschreitende Transaktionen, ermöglicht OTC-Geschäfte und bildet das Rückgrat für On-Chain-Handelspaare. Keine traditionelle Fintech-Infrastruktur konnte dieser Reichweite das Wasser reichen. Doch je größer Tether wurde, desto deutlicher trat ein Identitätsproblem zutage: Ein Dollar-Token ohne regulatorische US-Verankerung bleibt strukturell eine Grauzone.

Spätestens ab 2025 wurde aus dieser Grauzone kein bloßes Theoriefeld mehr, sondern ein regelrechter Wettbewerbsschauplatz – geprägt durch US-Stablecoin-Gesetzgebung, bankähnliche Reservevorgaben und Pilotprojekte für Stablecoin-basierte Kartenzahlungen. Tethers Antwort? Eine gespaltene Persönlichkeit: das Offshore-Kraftwerk weiterlaufen lassen und gleichzeitig einen regulierten “rechtlichen Zwilling” für den amerikanischen Markt etablieren.

Dies ist die Geschichte von zwei Tethers – und was sie für Nutzer bedeuten, die Stablecoins als Bargeldäquivalent, Sicherheit oder Rettungsboot verwenden.


1) Der Krypto-Dollar ohne Staatszugehörigkeit

Wer jemals auf einer zentralisierten Börse Token getauscht, Werte zwischen Chains übertragen oder Margin hinterlegt hat, hat wahrscheinlich unbewusst dasselbe Instrument verwendet: einen Dollar-Token als Recheneinheit des Marktes.

USDt erreichte diesen Status nicht durch ideologische Überlegenheit, sondern durch praktische Vorteile:

  • Liquiditätsmagnet: Tiefe Orderbücher und umfassende Handelspaare machten den Einstieg und Ausstieg in Märkte einfach.
  • Kettenübergreifende Flexibilität: USDt folgte den Händlern, nicht den Regulierern, und war auf vielen Blockchains verfügbar.
  • Globale Dollar-Nachfrage: Insbesondere außerhalb der USA war USDt oft der zugänglichste Ersatz für digitales Bargeld, wenn Banken langsam, teuer oder blockiert waren.

Die Basis dieses Imperiums war jedoch gleichzeitig sein Schwachpunkt: begrenzte Regulierung, uneinheitliche Offenlegungspflichten je nach Land und eine deutlich „offshore-priorisierte“ Struktur.

Tether veröffentlicht regelmäßige Reserveberichte (Attestierungen statt vollständiger Audits) und betont dabei die starke Ausrichtung auf US-Staatsanleihen und Profite, z. B. in der Q2-2025-Attestierungsmitteilung auf der offiziellen Tether-Website. Dennoch verweisen externe Bewertungen immer wieder auf Transparenz- und Risikofragen – etwa das 2025 durch S&P vergebene Downgrade der Reservebewertung, berichtet z. B. von der Financial Times.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob USDt „funktioniert“ – das tut es seit Jahren –, sondern: Systemrelevante Akteure ziehen systemische Aufsicht auf sich. Und das regulatorische Klima nach 2025 wurde bewusst so gestaltet, dass Dollar-Token eine klarere Identität annehmen müssen.


2) Die neue Welt: Stablecoins brauchen Lizenzen, nicht nur Marktanteile

Bis Ende 2025 verlagerte sich das Narrativ in der Branche: Weg von „Wer hat die meiste Liquidität?“ hin zu „Welcher Stablecoin darf überhaupt breit eingesetzt werden?“

Zwei Entwicklungen beschleunigten diesen Wandel:

A) US-Regulierung wird Realität

Im Juli 2025 verabschiedeten die USA den GENIUS Act, ein landesweites Regelwerk für Zahlungs-Stablecoins. Die politischen Leitlinien finden sich im White House Fact Sheet, die technische Aufbereitung unter Congress.gov. Kernelemente des Gesetzes sind unter anderem:

  • 1:1-Deckung durch zugelassene liquide Vermögenswerte
  • wiederkehrende Offenlegungen
  • verpflichtende regulatorische Standards

Unabhängig davon, ob man diese Regeln begrüßt, ist die Botschaft klar: Die USA erwarten von Stablecoins, dass sie wie reguliertes Geld funktionieren – nicht wie Offshore-Infrastruktur.

B) Großunternehmen integrieren Stablecoins als Settlement-Rails

Stablecoins entwickeln sich vom Handelsobjekt zur „Internet-Zahlungsinfrastruktur“.

Visa kündigte im Dezember 2025 die Fähigkeit an, in den USA mit USDC zu setteln – ein Ausbau der Stablecoin-Zahlungsabwicklung in institutionellen Transaktionen. Mehr dazu in der offiziellen Visa-Pressemitteilung. Dabei geht es nicht um Point-of-Sale-Zahlungen, sondern um die Erneuerung des Abwicklungsbackends: 24/7-Verfügbarkeit, programmierbare Abgleiche, Blockchain-basierter Treasury-Fluss.

Sobald Stablecoins in solche Netzwerke integriert werden, gilt: Compliance wird zur Produktfunktion – nicht zum Nachgedanken.


3) Europas Signal: Nur „konforme“ Stablecoins erhalten Reichweite

Die europäische MiCA-Regulierung testete frühzeitig, was passiert, wenn Börsen autorisierte Stablecoins bevorzugen (und andere benachteiligen).

Anfang 2025 kappten mehrere Plattformen Stablecoin-Angebote für EU-Nutzer infolge von MiCA-Anforderungen – wie von CoinDesk berichtet. Details variierten, doch das übergreifende Signal war deutlich:

Verfügbarkeit wird abhängig von Regulierung.

Die neue Kernfrage lautet also nicht nur „Ist dieser Token liquide?“, sondern auch: „Wird dieser Token weiterhin in meiner Region, auf meiner Plattform, in meiner App oder von meiner Bank unterstützt?“


4) USAt (USAT): Tethers regulierter Zwilling für den US-Markt

In diesem neuen Umfeld überrascht Tether nicht mit einer weiteren Chain-Integration, sondern mit einem klaren Marken- und Strukturwandel.

2025 führten Berichte zu Tage, dass Tether mit USAT / USAt einen Stablecoin für den US-Markt herausbringt – vollständig ausgerichtet auf das GENIUS-Regelwerk, mit regulierten Partnern für Emission und Reserveführung. CoinDesk berichtete über die Einführung, Bitfinex bestätigte das Listing von USAt und erläuterte die US-spezifische Struktur in einem Blogpost.

Im Kern ist USAt mehr als nur ein neues Tickersymbol – es ist ein Eingeständnis:

  • USDts Offshore-Vorteile lassen sich nicht 1:1 in die US-Regulierung übertragen, und
  • Tether benötigt einen Token, der in einem Umfeld überleben kann, in dem Stablecoins wie E-Geld behandelt werden.

So entstehen zwei klar unterscheidbare Gesichter:

  • USDt: das globale, hochliquide Kern-Asset – mit Offshore-Wurzeln.
  • USAt: der regulierte US-Stablecoin – konzipiert für kontrollierten Zugang und Einhaltung.

Das Modell erinnert an globale Finanzpraktiken: Ein Produkt bleibt flexibel für das heutige Weltbild; das andere erfüllt Anforderungen einer regulierten Zukunft.


5) Regulierung wird selbst zur Infrastruktur

Tether agiert nicht alleine. Der Wettbewerb verlagert sich von Liquidität hin zu regulatorischer Einbettung und Abwicklungsfähigkeit.

Circle: Vom Emittenten zur Trust-Bank

Circle stellte 2025 einen Antrag auf eine nationale Trust-Bank-Lizenz bei der OCC – ein strategischer Schritt zur Stärkung regulatorischer Reserveverwaltung. Bekanntgaben zur Antragstellung und Bedingte Genehmigung folgten.

Unabhängig vom endgültigen Ergebnis ist der Kurs klar: Stablecoin-Emission konvergiert mit klassischer Finanzmarktinfrastruktur.

Paxos: Netzwerk statt nur Tokens

Paxos stellte den Global Dollar (USDG) vor – eingebunden in ein erweitertes Netzwerk namens „Global Dollar Network“. Siehe Ankündigung von USDG und Einführung des Netzwerks.

Der neue Fokus: Nur mit Liquidität gewinnt man nicht. Entscheidend sind Distribution, Compliance und Partnerschaften für Zahlungsnetzwerke.

Kartennetzwerke: Stablecoin-Settlement wird Normalität

Visas Ausweitung des Stablecoin-Settlements – insbesondere für institutionelle US-Ströme – zeigt, dass Stablecoins vermehrt als Abwicklungsinstrumente wahrgenommen werden, nicht bloß als Krypto-Spielgeld. Zur offiziellen Mitteilung.

Die Branche diskutiert nicht mehr das „Ob“ – sondern welche Stablecoins akzeptabel sind.


6) Was Nutzer wissen müssen: Das Risiko ist nicht der Peg

Viele Nutzer fürchten ein „De-Pegging“ (Wertverlust gegenüber dem Dollar). Aber im regulierten Kontext sehen die realen Risiken inzwischen oft anders aus:

A) Zugangsrisiko – Kann ich den Token in meiner Region noch nutzen?

Ein Token kann global liquide sein – doch regionale Beschränkungen reduzieren On-/Off-Ramps, verschieben Wechselkurse oder erzwingen ungewollte Konversionen.

B) Rückzahlungsrisiko – Bekomme ich unter Stress mein Geld zurück?

Redemptions (Einlösungen) sind besonders in Krisenzeiten entscheidend – genau dann, wenn es für Plattformen am schwersten ist, alle Forderungen zu bedienen.

C) Compliance-Risiko – Wird mein Anbieter die Nutzung künftig blockieren?

Neue Regeln führen oft zu abrupten Veränderungen der Plattformpolitik – Ein- und Auszahlungsoptionen können entfallen.

D) Konzentrationsrisiko – Setze ich alles auf einen Emittenten?

Ein Stablecoin ist eine Forderung an den Emittenten. Wer alle „Cash“-Positionen auf ein Unternehmen konzentriert, macht faktisch eine Kreditwette.

Kurz gesagt: Stablecoins zu halten ist mittlerweile nahe an Treasury Management. Diversifikation und sichere Verwahrung sind essenziell.


7) Selbstverwahrung bleibt auch im Regulierungszeitalter relevant

Ironischerweise bleibt auch ein vollständig regulierter Stablecoin ein digitaler Inhaberwert, wenn man ihn on-chain selbst hält. Sicherheit hängt also weiterhin von der Verwahrung ab.

Wer langfristige Rücklagen, Notfallliquidität oder Reisekapital in Stablecoins hält, sollte sich bewusst machen:

  • Auf zentralen Plattformen ist man Policy-Änderungen, Betriebsrisiken oder Sperren ausgesetzt.
  • In Selbstverwahrung hat man volle Autonomie, kann Liquidität flexibel verschieben und behält volle Transparenz über Bewegungen.

Hier wird die Hardware-Wallet von einer Ideologie zur praktischen Notwendigkeit.

OneKey ist speziell für Sicherheit in Selbstverwahrung entwickelt: Offline-Schlüsselhaltung, Multi-Chain-Support (auch für Stablecoins), Transaktionsverifizierung vor der Signierung – ideal für Situationen mit großem Kapital und hoher Volatilität.


Fazit: Zwei Tethers, eine neue Marktrealität

USDt wurde zum „Fakt-Dollar“ der Kryptobranche, indem es in einem regulatorischen Vakuum den Markt durchdrang. Doch die Welt nach 2025 sieht anders aus: Stablecoins gehören nun zur Zahlungsabwicklung, werden bankähnlich überwacht und regional autorisiert.

USAt steht für Tethers Anerkennung dieser Realität – ein regulierter Stablecoin für den US-Markt, neben dem weiterhin dominanten, globalen USDt.

Der Erfolgsfaktor für Nutzer ist kein Ticker-Fanatismus, sondern professionelles Stablecoin-Risikomanagement:

  • Wissen, wo und wie Stablecoins künftig nutzbar sind,
  • Klare Diversifikation der Emittentenrisiken,
  • und sichere Verwahrung zur Wahrung der Handlungsfreiheit.

Wenn Stablecoins zur Cash-Schicht des Internets werden, wird wahre finanzielle Souveränität daran gemessen, ob Nutzer sie sicher halten – und souverän bewegen können.

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