Warum Krypto-Käufer den Token nicht mehr wollen

YaelYael
/18. Dez. 2025

Schlüssel-Ergebnisse

• Käufer bevorzugen die Übernahme von Teams und Technologien ohne die zugehörigen Tokens.

• Regulatorische Unsicherheiten und bilanzielle Herausforderungen führen zu einer Abneigung gegen Tokenübernahmen.

• Die Trennung zwischen Unternehmensbesitz und Community-Kontrolle wird zur Norm.

• Gründer sollten ihre Token klar definieren und von Unternehmenswerten trennen.

• Tokenhalter müssen verstehen, dass Tokens keine Unternehmensanteile darstellen.

Als Circle am 15. Dezember 2025 bekannt gab, eine Vereinbarung zur Übernahme von Interop Labs – den ursprünglichen Hauptentwicklern hinter dem Axelar Network – unterzeichnet zu haben, um die Roadmaps seiner eigenen Multichain-Infrastrukturprojekte Arc und CCTP zu beschleunigen, spaltete sich die Branche in zwei Lager. Die einen begrüßten den Schritt als pragmatische „Acquihire+IP“-Strategie zur Stärkung von Circles Cross‑Chain-Stack, die anderen kritisierten ihn als weiteres Beispiel für einen Deal, bei dem der Token leer ausgeht. Circle stellte unmissverständlich klar: Die Transaktion umfasst das Team von Interop Labs und deren geistiges Eigentum; das Axelar Network, die Axelar Foundation und der AXL-Token bleiben unabhängig. Kurz darauf erklärte Axelar, dass ein weiterer langjähriger Beitragender – Common Prefix – viele Aufgaben von Interop Labs übernehmen werde. Diese Details sind entscheidend – und sie zeigen einen breiteren Trend in der Krypto-M&A-Landschaft: Käufer wollen das Team und die Technologie, aber nicht den Token. Weitere Infos finden sich in Circles Ankündigung, Axelars Reaktion sowie auf den Produktseiten von Arc und CCTP. (circle.com)

Die Reaktion des Marktes folgte prompt: Innerhalb eines Tages fiel der AXL‑Kurs zweistellig, sobald klar wurde, dass Tokenhalter keinen direkten wirtschaftlichen Anteil am Upside des Deals haben. Medienberichte verstärkten zudem die Empörung der Community – ein mittlerweile bekanntes Phänomen bei „Team‑aber‑nicht‑Token“-Transaktionen. Dieser Deal ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck der Art und Weise, wie Krypto-Deals Ende 2025 strukturiert werden. (cointelegraph.com)

Was genau hat sich bei diesem Deal geändert?

  • Was Circle kauft: Mitarbeiter und proprietäre Technologie von Interop Labs, um die Multichain-Infrastruktur für Arc – Circles unternehmensfokussierte L1 – und CCTP, das hauseigene USDC-Bridging-Protokoll per Burn-and-Mint, zu stärken. Diese Assets fügen sich direkt in Circles Produktstrategie und Markteinführung ein. (circle.com)
  • Was Circle nicht kauft: das Axelar Network, die Axelar Foundation oder den AXL‑Token; diese bleiben gemeinschaftlich geführt. Die Verantwortung für die Weiterentwicklung geht auf Common Prefix über. Damit wird bewusst eine klare Trennung zwischen Unternehmenseigentum und einer offenen Tokenökonomie gezogen. (circle.com)

Diese Trennung wird zum Standard. Warum? Das folgt daraus:

Warum Käufer zunehmend den Token ausschließen

  1. Regulatorische Unsicherheit in den USA
    Für börsennotierte oder bald börsengängige Unternehmen kann die Aufnahme eines Netzwerktokens in die Bilanz eine Vielzahl an Fragen hinsichtlich des Wertpapiergesetzes nach sich ziehen. Die von der SEC veröffentlichte FinHub-„Framework for ‘Investment Contract’ Analysis of Digital Assets“ gilt weiterhin als Richtschnur bei der Einschätzung, ob ein Token gemäß dem Howey-Test als Wertpapier eingestuft wird – insbesondere im Hinblick auf „berechtigte Gewinnerwartungen“ und die Abhängigkeit vom Management. Selbst wenn ein Token kein Wertpapier ist, ist der rechtliche und dokumentarische Aufwand enorm. Daher ziehen es Käufer oft vor, nur das Team und IP zu übernehmen, nicht aber die damit verbundenen Token und rechtlichen Risiken. (sec.gov)

  2. Bilanzielle und ertragsseitige Volatilität
    Gemäß US-GAAP müssen ab dem 15. Dezember 2024 erworbene Krypto-Assets zum beizulegenden Zeitwert mit Wirkung auf die GuV bilanziert werden (also für Geschäftsjahre ab Januar 2025). Zwar wurde damit das alte Problem der Wertminderungen behoben, jedoch wurden Kursschwankungen der Token vierteljährlich transparenter. Diese Schwankungen erschweren Prognosen und Relationsarbeit, was zur Folge hat, dass Käufer lieber auf Token verzichten. (dart.deloitte.com)

  3. Firmenkontrolle versus Community-Kontrolle
    On‑Chain‑Governance eines Tokens lässt sich selten mit der Unternehmensführung eines Käufers in Einklang bringen. Investoren, die für ein Team zahlen, erwarten Roadmaps, OKRs und IP-Übertragungen. Communitys hingegen verlangen dezentrale Prozesse und Public Goods. Wird beides kombiniert, entsteht eine doppelte Verantwortlichkeit – oft ohne klaren Nutzen. Deshalb grenzen Boards den Tokenbereich strikt ab und konzentrieren sich auf steuerbare Assets. Genau dies zeigt der Axelar-Case: Netzwerk und Token bleiben unabhängig, während zentrale Entwicklungsverantwortung an Common Prefix übergeht. (axelar.network)

  4. Reputations- und Integrationsrisiken
    Wenn ein Käufer relevante Tokenbestände übernimmt oder als einflussreicher Akteur im Netzwerk erscheint, entsteht oft der Vorwurf einer "Hintertür-Governance". Die Turbulenzen rund um AXL nach dem Deal zeigen, wie schnell sich die Stimmung gegen den Erwerber wenden kann – selbst bei klar gezogenen Grenzen. Ein Minimum an Tokenexposure mindert mögliche Reputationsschäden und erleichtert die Integration. (unchainedcrypto.com)

  5. Globale Regulierung priorisiert Klarheit für Intermediäre – nicht Tokenomics
    Die MiCA-Verordnung der EU ist nun vollständig in Kraft, inklusive klarer Registers, Zeitpläne und gemeinsamer Leitlinien für Managementtauglichkeit und Compliance. Der Fokus liegt auf Stablecoins und lizenzierten Dienstleistern. Unternehmen, die z. B. e‑Money‑Tokens (EMTs) ausgeben oder als CASPs auftreten, profitieren davon. Für Utility‑Tokens hingegen bedeutet das keine automatischen Cashflows oder Rücknahmeansprüche. In Kurzform: Regulierer definieren Betriebsschienen – keine Unternehmensrechte für Netzwerk-Token. (esma.europa.eu)

Die Struktur Axelar–Interop Labs–Circle entschlüsselt

  • Arc wird als „Economic OS“ Layer‑1 für Unternehmen positioniert – mit deterministischer Finalität, Stablecoin‑basierten Gasgebühren und direkter Integration in Circles Stack. Für Circle ist es nur folgerichtig, in Assets und Teams zu investieren, die den Marktstart von Arc beschleunigen. (docs.arc.network)
  • CCTP bleibt das zentrale Primitive, um USDC via Burn-and-Mint nativ zwischen Chains zu bewegen – mit entwicklerfreundlichen SDKs. Die Integration der Cross‑Chain‑Expertise von Interop Labs bietet hier strategischen Mehrwert. AXL-Integration ist dafür nicht nötig. (developers.circle.com)
  • Axelar bleibt ein offenes Netzwerk mit eigenem Auftrag: verallgemeinertes Cross‑Chain‑Messaging und -Security auf Basis eigener Validatoren und Tokenökonomie. Der Übergang der Entwicklungsverantwortung an Common Prefix soll diese Roadmap sichern. Ob Tokenhalter einen Nutzen sehen, hängt nicht vom M&A-Outcome ab, sondern von den Ergebnissen. (axelar.network)

Was das für Gründer, Tokenhalter und M&A‑Teams bedeutet

Für Gründer

  • Designe mit Exit-Szenario im Hinterkopf. Wenn der langfristige Plan einen Exit umfasst, rechne damit, dass Käufer deinen Token nicht übernehmen wollen. Trenne Open‑Source‑Repos, Patente und IP‑Verträge sauber vom Netzwerk.
  • Sei ehrlich über den Zweck des Tokens. Wenn der Token keine Cashflows, keine Kontrollrechte und kein Rücknahmerecht bietet, sage das klar. Klar definierte Utility schützt – Mehrdeutigkeiten schaffen Enttäuschung und rechtliche Risiken. (sec.gov)

Für Tokenhalter

  • Verstehe Netzwerk-Token als das, was sie sind: Nutzungs- und Anreizinstrumente auf Protokollebene mit ggf. limitierter Governance – keine Firmenanteile. In „Team‑aber‑nicht‑Token“-Deals fließt Wert an Unternehmensprodukte wie Arc oder CCTP – oft ohne direkten Rückfluss an den Protokoll-Token. (cointelegraph.com)

Für M&A-Teams

  • Wenn Tokenalignment strategisch relevant ist, gestalte es bewusst. Optionen sind: paralleler Aufkauf von Treasury-Token, Entwickler-Zuteilungen mit transparenter Vesting-Logik oder Dienstleistungsverträge mit Foundations – jeweils unter Berücksichtigung von Wertpapier‑, Steuer‑ und Bilanzregeln. Sonst gilt: halte Deals sauber – kaufe Menschen, Code, IP; überlasse den Token der Community-Governance. Nutze regulierte Rahmen wie EU‑MiCA, wenn du in EMT/CASP‑Kategorien fällst – vermeide Utility-Tokens in Firmenbilanzen. (finance.ec.europa.eu)

Das große Ganze: Governance & Regulierung bestimmen Wertflüsse

Der Markt konsolidiert sich entlang zweier Wertschienen:

  • Corporate-Rails: Teams und IP werden integriert, Produkte werden im Unternehmenskontext monetarisiert – mit Investoren-Berichten und Buchhaltung nach GAAP, einschließlich Fair-Value-Accounting. (dart.deloitte.com)
  • Network-Rails: Offene Systeme, bei denen Wert durch Nutzung, Sicherheitsetats und On‑Chain‑Partizipation entsteht. Deals wie Circle–Interop Labs machen diese Trennung bewusst sichtbar – statt sie zu verwischen. (circle.com)

Praktische Hinweise für Nutzer

  • Trenne deine Thesen. Der Besitz eines Protokoll-Tokens ist nicht gleichbedeutend mit Anteilseigentum an einem Entwicklerunternehmen – selbst wenn dieses das Netzwerk aufgebaut hat.
  • Achte auf „Kontrolle ohne Besitz“. Ein Käufer kann über Anstellungen, Partnerschaften oder dominante SDKs Einfluss auf ein Netzwerk gewinnen – ganz ohne Tokenkäufe. Hinterfrage, wie sich das auf deine On‑Chain‑Aktivitäten auswirkt.
  • Halte deine Infrastruktur mobil. Wenn ein Deal deine bevorzugte Bridge oder Chain verändert, musst du flexibel umschalten können.

Selbstverwahrung ist hier essenziell. Eine Hardware-Wallet ermöglicht es, über Chains hinweg Kontrolle zu behalten, Governance-Vorschläge sicher zu signieren und bei Infrastrukturanpassungen schnell zu reagieren. Wer Multichain-fähige, robuste und benutzerfreundliche Signatur-Erfahrung braucht, findet in OneKey eine passende Lösung – insbesondere, wenn die Wege von Unternehmen und offenen Netzwerken auseinandergehen.


Weiterführende Lektüre

  • Circles Übernahmeankündigung von Interop Labs (Dealumfang; Strategie Arc und CCTP). (circle.com)
  • Axelars Beitrag zur fortgeführten Unabhängigkeit von Netzwerk, Foundation und AXL; Rolle von Common Prefix. (axelar.network)
  • CCTP-Dokumentation für Entwickler (native USDC-Bridging). (developers.circle.com)
  • Arc-Dokumentation (Positionierung, Designprinzipien). (docs.arc.network)
  • SEC-FinHub Framework zur Wertpapierprüfung von Tokens in den USA. (sec.gov)
  • Deloitte DART zur FASB ASU 2023‑08 (Bilanzierung von Krypto-Assets ab 2025). (dart.deloitte.com)
  • MICA-Ressourcen der ESMA mit gemeinsamen Leitlinien der EBA (EU-Regulierungsstandards). (esma.europa.eu)

Fazit für die Zukunft: Immer mehr Deals folgen demselben Muster – Team und IP übernehmen, Netzwerkautonomie respektieren, Token in der Community belassen. Für Entwickler, Nutzer und Investoren heißt das: lieber bewusst mit dieser Trennung planen als sie zu ignorieren.

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